Neuorganisation
Telekom Austria sieht Ergebnis 2001 über Plan

Die Telekom Austria AG wird 2001 operativ besser verdienen als ursprünglich erwartet. Dennoch werde das Unternehmen einen Nettoverlust ausweisen, weil für das Gesamtjahr insgesamt 166 Mill. Euro für die Czech Online abgeschrieben werden, heißt es in der Aussendung der TA vom Dienstag.

Reuters WIEN. Bestätigt wurde von der TA gleichzeitig auch die neue Organisation des Festnetzbereiches, von der man sich eine Erhöhung der Effizienz verspricht.

Wegen der stabilen Erlösentwicklung im Zusammenwirken mit den Erfolgen der Restrukturierung könne man erwarten, dass das Betriebsergebnis vor Abschreibungen und Amortisation (Ebitda) höher als die bislang erwarteten 1,2 Mrd. Euro ausfallen werde, teilte die TA am Dienstag mit. Um wieviel höher wurde von TA nicht angegeben. TA-Sprecher Martin Bredl wollte auf Anfrage keine Größenordnung für die Ergebnisverbesserung geben.

Das Nettoergebnis werde 2001 durch die Abschreibungen für die Beteiligung an der Czech Online belastet sein. Insgesamt 166 Mill. Euro würden dafür in die Bücher genommen, teilte die TA mit. Die TA hatte Czech Online ursprünglich um gut 218 Mill. Euro gekauft.

"Im Hinblick auf diese Abwertung und niedrigere Ergebnisse im vierten Quartal 2001 wird die Telekom Austria AG nicht imstande sein, ein positives konsolidiertes Nettoergebnis zu erzielen", heißt es in der Mitteilung.

Für die ersten neun Monate 2001 hatte die TA zuvor einen Überschuss von 16,1 (minus 121) Mill. Euro genannt. Die TA hat die in der vergangenen Woche genannten vorläufigen Ziffern für den Umsatz und das EBITDA von 2,95 (2,92) Mrd. Euro bzw. von 1163,6 (847,1) Mill. Euro bestätigt. Das zusammen gefasste Ebit (Betriebsergebnis) wurde mit 297,2 (50,3) Mill. Euro genannt.

Konsolidiert ergebe sich für die Telekom Austria AG mit der Mobilfunktochter Mobilkom Austria AG at equity konsolidiert ein Ebit von minus 8,2 (minus 169) Mill. Euro und ein Periodenüberschuss von 16,1 Mill. Euro nach einem Fehlbetrag von 121 Mill. Euro im Vorjahr.

Cash Cow Mobile Kommunikation

Im Segement Festnetz setzte die TA 1,86 (2,0) Mrd. Euro um und erzielte dabei ein Ebit von 81,1 (minus 179,9) Mill. Euro. Im Vorjahr hatten - insbesondere im dritten Quartal - Kosten von 207 Mill. Euro für Vorruhestandsmodelle das EBIT belastet.

TA gibt den Marktanteil im Festnetz gesamt mit 57,3 nach 68,7 % an. Der Reduktion der Marktanteilsverluste komme daher hohe Priorität zu.

Das Mobilfunkgeschäft erwies sich mit einem Umsatz von 1,27 (1,12) Mrd. Euro und einem Ebit von 268,6 (219) Mill. Euro wieder einmal als Cash Cow für den Konzern. Im Internet setzte der Marktführer 62,3 (43,2) Mill. Euro um, das Ebit sank dabei auf minus 28,2 (plus 4,4) Mill. Euro. Durch den Start des Breitband-Portals speed.at werde das negative Ebit weiter steigen, heißt es in der Aussendung. Im Internet ist die TA-Tochter Jet2Web mit 575 000 (237 000) Kunden in Österreich Marktführer. Czech Online hat 214 000 (168 000) Kunden.

Das Datengeschäft wurde von der TA mit einem Umsatz von 238,6 (228,6) Mill. Euro und einem Ebit von 9,4 (19,2) Mill. Euro angegeben.

Mit der Pesonalreduktion liege man im Plan. Per September 2001 seien 17 037 (18 525) Personen in der Gruppe beschäftigt gewesen. Dabei sei im Festnetzbereich die Zahl auf 12 400 (14 804) gesunken. Bei jet2web sei die Mitarbeiterzahl auf 329 (79) erhöht worden, bei Mobilkom auf 3398 (2681), was auf die Konsolidierung der slowenischen si.mobil zurückgeführt wird.

Die Schlagkraft der TA soll durch eine neue Organisation im Festnetzbereich erhöht werden. Die im September vorgestellte Teilung in die Bereiche Großkunden und Endkunden werde funktional umgesetzt, ohne die Rechtsformen zu verändern. Ziel sei es, sich an den Kunden zu orientieren und nicht an den Technologiesegmenten der Vergangenheit. Dadurch sollen die Marktanteile abgesichert und damit die Ertragskraft gesteigert werden.

Telekom Austria eröffneten an der Wiener Börse Dienstagvormittag mit 9,26 (9,30) eine Spur leichter. TA sind mit Plus 54,33 % der best performer der Wiener Börse im ATX. Sie haben damit den ATX mit plus 1,50 % und auch den Eurostoxx Telecom Index mit minus 28 % hinter sich gelassen.

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