Neustart bei Opel in der DTM
Frentzen verabschiedet sich vom Formel-1-Zirkus

Der Mönchengladbacher Heinz-Harald Frentzen fährt im nächsten Jahr die Deutschen Tourenwagen-Masters (DTM) für Opel. Damit steigt er nach zehn Jahren und 156 Grand-Prix-Rennen aus der Formel 1 aus.

HB RÜSSELSHEIM. Den Neustart wagt der 36-Jährige in einem Opel Vectra GTS. "Ich habe mir die Sache reiflich überlegt", sagte Frentzen am Freitag in Rüsselsheim bei der Unterzeichnung eines Ein-Jahres-Vertrages bei dem Automobilhersteller. "HHF" hat sich zunächst für ein Jahr gebunden, beide Seiten können per Option die Zusammenarbeit verlängern.

"Frentzen ist ein Großer des Motorsports. Er genießt Sympathien, ist ein Kämpfer und Familienmensch. Deshalb passt er zu uns", sagte der Opel-Vorstandsvorsitzende Carl-Peter Forster. Mit dem Mönchengladbacher wollen die Rüsselsheimer endlich in der DTM den Seriensiegern Mercedes und Audi das Fürchten lehren und mehr erreichen als den Sieg beim 24-Stunden-Rennen auf dem Nürburgring. "Die DTM muss sich nicht hinter der Formel 1 verstecken. Die Serie ist im Kommen und gewinnt an Popularität", erklärte Frentzen.

An das Dach müsse er sich aber erst noch gewöhnen, meinte der Rennfahrer. Große Unterschiede sieht er nicht. "Was ich brauche, sind vier Reifen und ein Lenkrad", meinte Frentzen, der als bisheriger "Frischluftsportler" die Hitze im Tourenwagen fürchtet. Bisher hat der Mönchengladbacher erst eine Sitzprobe im neuen Dienstwagen hinter sich. Die ersten Tests sind für die kommende Woche geplant. Opel ersetzt in der kommenden DTM-Saison das Astra Coupé durch den Vectra GTS. Neben Frentzen sollen der gebürtige Mainzer Manuel Reuter, der Schweizer Marcel Fässler und der Schotte Peter Dumbreck, der als DTM- Siebter bester Opel-Pilot der abgelaufenen Saison war, den rund 470 PS starken Vectra pilotieren.

Frentzen startete seine Laufbahn in der Königsklasse des Motorsports 1994 beim Schweizer Sauber-Rennstall. Bei Williams- Renault gelang ihm der erste seiner insgesamt drei Grand-Prix-Siege. Die weiteren fuhr der zweifache Familienvater mit Wohnsitz Monte Carlo im Team des Engländers Eddie Jordan heraus, der dem Regenfahrer 2001 während der laufenden Saison den Stuhl vor die Tür setzte. "Das war der Tiefpunkt meiner Karriere", meinte Frentzen.

Frentzen, der nie aus dem übermächtigen Schatten des sechsmaligen Weltmeisters Michael Schumacher treten konnte, pendelte in den vergangenen Jahren zwischen Arbeitslosigkeit und Pleite-Teams. Der Vize-Weltmeister von 1997 heuerte unter anderem beim inzwischen liquidierten Prost-Team an und fuhr auch bei Arrows meist hinterher. In der vergangenen Saison stieg der 36-Jährige noch einmal für Sauber ins Cockpit, verlor aber trotz guter Leistungen seinen Arbeitsplatz.

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