Neutralitätsgebot
Bundesrichter verhandeln über Kopftuch-Streit

Vor dem Bundesverwaltungsgericht in Berlin hat am Donnerstag die Verhandlung über die Frage begonnen, ob eine moslemische Lehrerin im Unterricht ein Kopftuch tragen darf.

Reuters BERLIN. Die Klägerin, eine deutsche Grund- und Hauptschullehrerin afghanischer Abstammung, war nach ihrem Referendariat in Baden-Württemberg nicht in den staatlichen Schuldienst übernommen worden. Sie hatte sich unter Hinweis auf die Religionsfreiheit geweigert, im Unterricht ihr Kopftuch abzulegen. Das Stuttgarter Oberschulamt hatte deshalb 1998 ihre Einstellung als Beamtin auf Probe abgelehnt. Die Bundesrichter werden voraussichtlich noch im Laufe des Tages eine Entscheidung verkünden.

Das Oberschulamt hatte der Pädagogin vorgeworfen, ihr fehle die Bereitschaft, das Neutralitätsgebot zu achten, das der Staat in Fragen der Religion gegenüber den Schülern und ihren Eltern einzuhalten habe. Die Moslemin Fereschta Ludin war mit ihrer Klage in den Vorinstanzen gescheitert. Dort hatte sie betont, dass sie ihren Beruf auf Grundlage der Verfassung ausüben wolle. Das Kopftuch sei für sie kein politisches Symbol.

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