Archiv
New York im Regen

New York, Sprüregen, neun Grad. An New Yorks Börsen geht ein trister Handelstag zuende. Die Wall Street bot Mittwoch wenig Aufheiterung, um die Markteilnehmer vom schlechten Frühlingswetter abzulenken. Außer positiven Analystenkommentaren bei Dell gab es zur Wochenmitte kaum Impulse, die die US-Märkte beflügeln konnten.

Sowohl der Dow Jones als auch der Nasdaq Index schlossen in der Verlustzone. Doch zur Beunruhigung gab es keinen Grund. Denn eine Trendumkehr ist nicht in Sicht. Nach der Kursrally der vergangenen Tage hatten die Markteilnehmer bereits mit einer Verschnaufpause der Märkte gerechnet. Nun suchten die Anleger vorsorglich Schutz, erholten sich von dem Sonnenbad und brachten einen Teil ihrer Gewinne ins Trockene. Die Gewinnmitnahmen hielten sich jedoch in Grenzen. Schließlich konnte der Nasdaq Index seit Anfang April fast 41 Prozent, der Dow Jones Index seit Ende März fast 20 Prozent zulegen.

Ob mit der anstehenden Saison der Gewinnwarnungen für das zweite Quartal wieder mit einer Schlechtwetterfront zu rechnen ist, wird sich erst noch zeigen müssen. Bis dahin bleiben die Anleger jedoch überwiegend zuversichtlich.

Bei trübem Wetter waren die Kursgewinne bei Dell ein Lichtblick. Goldman Sachs setzte die Aktie auf die Empfehlungsliste. Der Computerhersteller werde weiterhin Marktanteile gewinnen. Merrill Lynch setzte Dell sogar auf die "Focus one" Liste, die stärkste Form der Kaufempfehlung. Durch den Kostenvorteil, sei es dem Unternehmen möglich, neben PCs auch noch andere Produkte wie Server hochprofitabel zu verkaufen. Die Aktie gehört zu den größten Gewinnern und ist eines der am meisten gehandelten Papiere.

Trüber sah es dagegen bei den Halbleiterwerten aus. Die Chipindustrie hatte mit Auftragseinbrüchen zu kämpfen. Am Dienstagabend wurde die "Book-to-Bill" Ratio des Chip-Maschinenbaus für den Monat April veröffentlicht. Der Indikator, der das Verhältnis von Auftragseingang zu Rechnungsstellung misst, signalisiert ein nachlassendes Umfeld. Der Index sackte im vergangenen Monat auf das niedrigste Niveau in der Branchengeschichte. Die Hoffnung der Investoren, dass die Branche das Schlimmste überstanden habe, dürfte durch diese Daten enttäuscht werden, bemerkte ein Analyst von Bear Stearns. Auch Micron Technology und KLA-Tencor notierten schwächer.

Vor allem Öltitel und die Aktien der medizintechnischen Unternehmen gerieten am Mittwoch unter Druck. Exxon büßte an Wert ein. Der Ölkonzern muss Schadenersatzzahlungen in Höhe von einer Milliarde Dollar zahlen. Der Konzern hatte Landflächen mit radioaktivem Material verseucht. Neben Exxon zogen auch Kursverluste bei American Express und J.P. Morgan den Dow Jones Index ins Minus.

Die Brokerwerte notierten zur Wochenmitte schwächer. Bei Goldman Sachs stehen Entlassungen ins Haus. Das schwache Börsenumfeld ist der Grund, warum rund zwölf Prozent der Beschäftigten im Bereich Investmentbanking gehen müssen. Im Merger- und IPO-Geschäft zählt Goldman Sachs zu den führenden Unternehmen, im Geschäftsbereich Investmentbanking sind die Einnahmen im ersten Quartal gegenüber dem Vorjahr kräftig gesunken. Experten rechnen damit, dass Goldman Sachs künftig weitere Arbeitsplätze streichen wird. Dies sei ein Zeichen, dass das Unternehmen nicht damit rechnet, bald wieder die Rekordeinnahmen der vergangenen zwei Jahre zu erreichen. Auch Lehman Brothers verliert an Wert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%