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New Yorker Aktienmärkte explodieren

Die US-Technologiebörse verbuchte den stärksten Anstieg seit der Gründung 1971 und schloss mit einem Plus von 14,17 Prozent oder 324,66 Zählern fester bei 2616,52 Punkten, nachdem sie sich im vorherigen Handelsverlauf noch lustlos präsentiert hatte

Reuters New York. Die New Yorker Aktienmärkte haben am Mittwoch im späten Handel nach der überraschenden Leitzinssenkung der US-Notenbank Fed kräftig angezogen. Die US-Technologiebörse verbuchte den stärksten Anstieg seit der Gründung 1971 und schloss mit einem Plus von 14,17 Prozent oder 324,66 Zählern fester bei 2616,52 Punkten, nachdem sie sich im vorherigen Handelsverlauf noch lustlos präsentiert hatte. Der Dow-Jones-Index 30 führender Industriewerte schloss 2,81 Prozent oder 299,6 Zähler fester auf 10.945,75 Punkte, während der breiter gefasste S&P 500-Index um 5,01 Prozent auf 1347,53 Zähler zulegte.

Marktteilnehmer zeigten sich über die Senkung des maßgeblichen Fed-Zielsatzes für Tagesgeld um 0,5 Prozentpunkte auf 6,0 Prozent überrascht, da das erste offizielle Treffen des für Zinsentscheide verantwortlichen Offenmarktausschusses erst auf Ende Januar angesetzt war. "Die Intensität und der Zeitpunkt des Zinsschrittes haben die Marktstimmung von einem ängstlichen Abwarten in Euphorie verwandelt", beschrieb Alan Ackerman von Fahnestock & Co. die Situation. Neben dem Tagesgeldsatz hatte die US-Notenbank auch den eher symbolischen Diskontsatz um 0,25 Prozentpunkte auf 5,75 Prozent zurückgenommen und zudem bekannt gegeben, sie sei zu weiteren Zinssenkungen bereit, falls dies zur Stützung des Wirtschaftswachstums notwendig sei. Niedrigere Leitzinsen ermöglichen Firmen eine günstigere Aufnahme von Kapital, etwa für Investitionen. Die US-Notenbank hatte zuvor die Leitzinsen seit dem Sommer 1999 insgesamt sechsmal erhöht, um den Inflationstendenzen entgegenzuwirken, was sich unter anderem auf die Unternehmensgewinne negativ ausgewirkt hatte

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Vor allem die in jüngster Zeit sehr schwachen Technologiewerte reagierten Händlern zufolge positiv auf den Notenbank-Entscheid und trieben den Nasdaq-Index in die Höhe. Deutliche Gewinne verbuchten unter anderem Softwaretitel. So notierte Oracle um 21,33 Prozent höher auf 32 Dollar, während sich Microsoft um 10,52 Prozent auf 47-15/16 Dollar verbesserte. Das Netzwerkunternehmen Cisco schloss 24,02 Prozent fester auf 41-5/16 Dollar. Bei den Standardwerten standen unter anderem die Fiberoptikwerte im Mittelpunkte des Interesses. So kletterte Nortel um 15,05 Prozent auf 34-7/8 Dollar, Lucent verbesserten sich um 14,08 Prozent auf 15-3/16 Dollar. Unter den Hochtechnologiewerten konnte sich auch International Business Machines mit einem Kurszuwachs von 11,64 Prozent auf 94-11/16 Dollar deutlich verbessern. Zulegen konnten auch die zinssensitiven Finanztitel, unter anderen J.P.Morgan Chase mit einem Zuwachs von 16,05 Prozent auf 50-5/8 Dollar.

Unter Druck kamen demgegenüber die defensiven Werte. Der Pharmakonzern Merck büßte 4,23 Prozent auf 89-1/16 Dollar ein, während die Papiere von Johnson & Johnson um 3,19 Prozent auf 98-3/4 Dollar nachgaben. An der Wall Street standen sich bei Umsätzen von rund 1,8 Milliarden Aktien 2296 Gewinner und 780 Verlierer gegenüber. Rund drei Milliarden Papiere wechselten an der Nasdaq den Besitzer. Dabei überwogen 3063 Gewinner 986 Verlierer. Am US-Anleihenmarkt notierten die richtungsweisenden 30-jährigen Bonds 13/36 tiefer und erbrachten eine Rendite von 5,495 Prozent.

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