New Yorker Börse an Notierung interessiert
Porsche profitiert vom 911er

Der seit einigen Jahren profitabelste Automobilhersteller der Welt, Porsche, hat das Ergebnis im ersten Halbjahr des Geschäftsjahres 2001/2002 (31.7.) weiter steigern können. Das Vorsteuerergebnis kletterte um 10,2 % auf 154 Mill. Euro, verkündete Vorstandschef Wendelin Wiedeking anlässlich der Hauptversammlung.

ajo STUTTGART. Porsche profitiert von der hohen Nachfrage nach den teuren Modellen der 911er Reihe. Dadurch kann der Sportwagenhersteller die rückläufigen Absatzzahlen beim Einsteigermodell Boxster mehr als kompensieren. Nach Analystenschätzungen bringt der Verkauf eines 911 Turbo so viel Ergebnisbeitrag wie acht Boxster. Der Umsatz legte bei stabilem Absatz von rund 23 400 Fahrzeugen um 6,3 % zu.

Die Aktie legte zum Wochenausklang um mehr als 3,5 % zu. Dennoch waren die vorläufigen Halbjahreszahlen für die Analysten keine Überraschung. Auch für das Gesamtjahr rechnen sie trotz flauerer Autokonjunktur mit einem Zuwachs. "Es ist noch Luft drin", sagt Lars Ziehn von der Deutschen Bank.

Allerdings hat das Wachstumstempo des Sportwagenherstellers gegenüber dem Vorjahr nachgelassen. Einen großen Schub soll im nächsten Geschäftsjahr das neue Freizeitfahrzeug Cayenne bringen. Analysten erwarten zur Jahresmitte eine Auffrischung des Boxsters. Zudem denkt Porsche über eine vierte Baureihe nach dem Cayenne nach. "Es gibt ein paar Grundideen", kündigte Wiedeking an.

Der Unternehmenschef verteidigte die Weigerung von Porsche, Quartalsberichte zu veröffentlichen. Dies hatte im Herbst vergangenen Jahres zum Ausschluss aus dem M-Dax geführt. Doch Wiedeking sagte, dass inzwischen die New Yorker Börse an Porsche wegen einer Notierung herangetreten sei. Die wichtige US-Börse habe ganz klar Interesse signalisiert - auch ohne Quartalberichte und trotz der Vorzugsaktien, erklärte ein Sprecher später auf Nachfrage. Mehrere Aktionäre gaben Wiedeking Rückendeckung. "Porsche fehlt dem M-Dax mehr, als der M-Dax Porsche," sagte Winfried Holtermüller von der Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz.

Mehrere Redner kritisierten die Dividende - trotz der Anhebung. Willi Bender von der Schutzgemeinschaft für Kleinaktionäre bemängelte die geringe Ausschüttungsquote von 17 %. Er forderte, die Quote auf 25 % zu erhöhen, wenn der Cayenne ein Erfolg wird.

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