New Yorker Industrie-Index stützt
Kräftige Gewinne an der Wall Street

Ein kräftiger Anstieg des New Yorker Industrie-Index' und die Erwartung einer baldigen Senkung der US-Leitzinsen haben am Montag den Konjunkturoptimismus der Investoren bestärkt und den führenden US-Aktienindizes Kursgewinne von mehr als zwei Prozent beschert.

Reuters NEW YORK. Der Dow-Jones-Index verließ den Markt 2,21 Prozent höher mit rund 9 318 Zählern. Der Index der Technologiebörse Nasdaq gewann 2,51 Prozent auf etwa 1 667 Punkte und der breiter gefasste S&P-500-Index stieg um 2,25 Prozent auf 1 010 Zähler. Seit seinem bisherigen Jahrestief am 11. März hat der S&P-Index damit 25,5 Prozent zugelegt.

Händler begründeten die kräftigen Gewinne in erster Linie mit den vor Börsenbeginn vorgelegten Daten zur Lage im Verarbeitenden Gewerbe im US-Bundesstaat New York zurück. Der entsprechende Index stieg nach Berechnungen der Federal Reserve Bank von New York im Juni auf plus 26,8 Punkte von plus 10,6 Zählern im Mai. Dies ist der höchste Stand seit Beginn der Erfassung des Indexes vor zwei Jahren.

Obwohl das sonst kein stark beachteter Indikator ist, "bestärkt der Bericht der New Yorker Fed den jüngsten Trend, wonach nahezu jede Nachricht eine gute Nachricht ist", sagte Mike Driscoll von Bear Stearns. "Wir haben niedrige Zinsen, die vielleicht bald noch sinken werden, eine größere Wahrscheinlichkeit, dass die Erwartungen an die Unternehmensgewinne erfüllt werden und die Spekulationen über einen aufgeblähten Wohnungsmarkt haben nachgelassen", fügte er hinzu.

Händlern zufolge trug auch die Erwartung einer Zinssenkung beim nächsten Treffen des für die Geldpolitik der US-Notenbank (Fed) verantwortlichen Offenmarktausschusses (FOMC) am 24. und 25. Juni zu den Kursgewinnen bei. Überwiegend gehen Volkswirte davon aus, dass die Fed ihren Schlüsselzins dann vom derzeitigen 42-Jahres-Tief von 1,25 Prozent um weitere 25 Basispunkte zurücknehmen wird. "Jeder erwartet, dass die Fed bei ihrem Treffen nächste Woche die Zinsen senkt", sagte Andrew Baker von Wedbush Morgan in Los Angeles. "Wir sind an einem Punkt, an dem Konjunkturdaten, gleich was am nächsten Dienstag herauskommt, durch die rosarote Brille gesehen werden", sagte er. Schwächere Daten könnten als größere Chance für niedrigere Zinsen interpretiert werden. Diese seien gut für den Markt und die Wirtschaft. Bessere Daten würden vom Markt als Indiz für eine konjunkturelle Belebung gewertet, fügte er hinzu. Händler führten den Aufschwung aber auch auf Käufe durch Investoren zurück, die fürchteten, den Aufschwung zu verpassen. "Eine Menge Leute haben den Aufschwung versäumt und wollen nicht noch mehr verpassen. Da ist noch Geld, dass arbeiten soll", sagte O'Hare.

Der vorläufige Tarifabschluss mit den größten Gewerkschaften des Mischkonzerns sicherte General Electric die Aufmerksamkeit der Anleger. Die GE-Aktien rückten um 2,25 Prozent auf 31,34 Dollar vor.

Die Titel des Herstellers von medizinischen Geräten, Guidant Corp legten nach anfänglichen Verlusten ein Prozent auf 40,35 Dollar zu, obgleich das Unternehmen angekündigt hatte, ein Produkt zur Behandlung von Aneurysmen nicht mehr herzustellen. Das Produkt war mit zwölf Todesfällen und Dutzenden schwerer Verletzung in Verbindung gebracht worden.

Um 21,63 Prozent auf 22,50 sprangen die Titel des im Mai aus dem Gläubigerschutz entlassenen drittgrößten US-Einzelhändlers Kmart. Das Unternehmen hatte zuvor berichtet, im abgelaufenen Geschäftsquartal habe sich bei sinkendem Umsatz der Verlust verringert.

Die Aktien des Pharmakonzerns Pfizer gewannen knapp 4,6 Prozent auf 34,60 Dollar, nachdem das Unternehmen mitgeteilt hatte, sein Cholesterin-Senker Lipidor reduziere bei Diabetes-Patienten das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko.

An der New Yorker Stock Exchange wechselten rund 1,31 Milliarden Aktien den Besitzer. 2408 Werte legten zu, 892 gaben nach und 163 waren unverändert. An der Nasdaq schlossen bei Umsätzen von 1,9 Milliarden Aktien 2087 im Plus, 1140 im Minus und keine unverändert. An den US-Kreditmärkten notierten die zehnjährigen Staatsanleihen mit 103-22/32 um 19/32 niedriger und rentierten mit 3,185 Prozent. Die 30-jährigen Bonds verloren 1-1/32 auf 118-17/32 Zähler. Sie rentierten mit 4,231 Prozent.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%