New Yorks Ex-Bürgermeister
Giuliani will kein Held sein

Der New Yorker Ex-Bürgermeister Rudolph Giuliani, der die Stadt nach den Terroranschlägen am 11. September durch ihre schwerste Stunde geführt hat, will nicht als Held gefeiert werden.

HB/dpa NEW YORK/HAMBURG. "Es fällt mir ausgesprochen schwer, mich selbst als Held zu sehen", sagt er in einem Interview mit dem Magazin "Reader's Digest", das in der September-Ausgabe am kommenden Montag erscheint.

Er habe am 11. September immer wieder Angst gehabt und gebetet, Gott möge ihm den richtigen Weg weisen, sagte Giuliani dem Magazin. "Ich fürchtete, man könnte uns erneut angreifen. Immer wieder fragte ich den Polizeichef, wie es mit der Freiheitsstatue, der Börse, dem Empire State Building aussah."

Oft habe er in jenen Momenten an Winston Churchill denken müssen. Wenn Großbritannien im Zweiten Weltkrieg monatelangen Bombenangriffen getrotzt hatte, werde New York ein oder zwei Tage wie diesen überleben. "Das gab mir Zuversicht." Als Feuerwehrleute über den Ruinen des World Trade Centers die US-Flagge gehisst hätten, "wusste ich, dass der amerikanische Gemeinsinn ungebrochen war".

Giuliani wird bei der offiziellen Zeremonie zum ersten Jahrestag der Terroranschläge am Ground Zero eine herausragende Rolle spielen. Er wird mit der Verlesung der mehr als 2800 Namen der Opfer beginnen. Das Bürgermeisteramt hatte Giuliani am 31. Dezember an seinen Nachfolger Michael Bloomberg übergeben müssen, da er nach zwei Wahlperioden nicht wieder kandidieren durfte. Heute verdient er als Chef einer Wirtschaftsberatungsfirma sowie mit Vorträgen Millionen.

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