Newroz-Fest bereitet Behörden Kopfzerbrechen
Ruhe an der Grenze zum Irak

Im Südosten der Türkei ist vom Krieg noch wenig zu spüren. Allenthalben trifft man zwar auf Soldaten, und vom Militärflughafen Diyarbakir starten türkische Jäger zu Überwachungsflügen, doch an der Grenze zum Irak ist die Lage am Donnerstag nach den ersten Angriffen auf Bagdad ruhig geblieben. Ruhe herrschte auch auf dem türkischen Luftwaffenstützpunkt Incirlik, auf dem amerikanische und britische Soldaten stationiert sind.

DIYABARKIR. Flüchtlinge sind bislang nicht aufgetaucht, obwohl sich in Irak bereits vor Ausbruch des Krieges viele Menschen in den Norden aufgemacht haben. Der Bürgermeister der südosttürkischen Stadt Diyarbakir, Feridun Celik, rechnete im Gespräch mit dem Handelsblatt allerdings nicht mit ähnlich großen Flüchtlingsströmen wie zu Zeiten des Golfkrieges 1991. Damals hatten mehrere Zehntausend irakischer Kurden die Grenze überschritten und in der Türkei um Schutz nachgesucht. Doch die Behörden sind auf alles vorbereitet, sowohl in der nordirakischen Pufferzone als auch auf türkischem Territorium. In Diyarbakir wurden zwei Areale für die Aufnahme von Kriegsflüchti-gen und den Aufbau von Zeltstädten provisorisch vorbereitet.

Mehr Sorgen macht sich die Stadtverwaltung von Diyarbakir angesichts des anstehenden Newroz-Festes der Kurden. Die nehmen die Neujahresfeierlichkeiten traditionell zum Anlass, für ihre Rechte zu demonstrieren, seit 1999 mit offizieller Billigung. Nachdem die türkische Regierung vor wenigen Tagen die Kurdenpartei Hadep verboten hat und auch über deren Nachfolgeorganisation Dehap das Damoklesschwert eines Verbots schwebt, werden Auseinandersetzungen mit den Ordnungskräften nicht ausgeschlossen. Im vergangenen Jahr nahmen 700 000 Menschen an Demonstrationen teil, die überwiegend friedlich verliefen.

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