News-Corp-Aktien auf Dreijahrestief
Rupert Murdoch in der Klemme

Die vielen Gespräche der vergangenen Woche von Rupert Murdoch, Besitzer und CEO des australischen Medienkonzerns News Corp, haben den weiteren Rückgang des Aktienkurses nicht aufgehalten.

vwd SYDNEY. Am Berichtstag fielen die Titel an der Börse in Sydney im Handelsverlauf auf 9,72 Australische Dollar und damit den niedrigsten Stand seit Dezember 1998. Der Schlusskurs lag bei 9,85 Australische Dollar, ein Minus von 0,74 Australische Dollar. Marktbeobachter meinten, die Aktien des Konzerns seien am Berichtstag vor allem von dem Bilanzskandal um die WorldCom Inc, Clinton, belastet gewesen. Allerdings sei dies nur ein zusätzlicher Punkt in einer langen Liste von negativen Nachrichten.

Es sei zwar keine Verbindung zwischen WorldCom und News Corp anzunehmen, hieß es im Markt. Trotzdem sei der ganze Markt für die TMT-Branche nun extrem vorsichtig, und das würde auf die Stimmung auch für die News Corp drücken. Hinzu komme, dass die für die Enron Corp, Houston, und die WorldCom arbeitende Wirtschaftsprüfungsgesellschaft Arthur Andersen bis vor wenigen Monaten auch für News Corp testiert hätte.

Ein weiterer Grund für den massiven Kursverlust bei dem Medienkonzern sei der starke australische Dollar. Er drücke auf die Gewinne von News Corp. Das Unternehmen erzielt nahezu 75 Prozent in den USA und damit in USD.

Hinzu komme, dass das Verbrauchervertrauen in den USA im Juni auf den niedrigsten Stand seit vier Monaten gefallen ist. Das habe deutlich gemacht, wie fragil der Wirtschaftsaufschwung derzeit ist und das belaste News Corp und ihre Geschäfte in den USA. Nicht genug der schlechten Nachrichten meldete die Adelphia Communications Corp, Coudersport, am Dienstag auch noch Gläubigerschutz nach Chapter 11 an.

Beobachter fürchten nun, dass News Corp auf Forderungen gegen Adelphia von 15 Mio bis 20 Mio Dollar sitzen bleibt. Die Schwierigkeiten bei News Corp würden sich mehr und mehr zu einer Lawine entwickeln, kommentierte ein Beobachter.

Und im Hinterkopf hatten die Investoren noch zwei weitere Bereiche, die Sorgen bereiten. Zu Wochenanfang drückte die Entscheidung eines US-Gerichtes vom Freitag auf die Kurse, derzufolge die News-Corp-Tochter Gemstar-TV Guide International Inc, Pasadena, einige als sicher eingestufte Patente nun doch nicht behält. News Corp ist an Gemstar mit 42,6 Prozent beteiligt.

Und auch mit seinen italienischen Plänen scheint Murdoch nicht weiter zu kommen. In den vergangenen Wochen sprach der CEO der News Corp mit zahlreichen italienischen Banken und der EU, um doch noch den italienischen Pay-TV-Sender Telepiu übernehmen zu können. Murdoch benötigt Partner, die einen Anteil an Telepiu übernehmen. Bislang ist News Corp gemeinsam mit der Vivendi Universal SA, Paris, in Italien mit dem Pay-TV-Sender Stream vertreten.

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