Nicht alle Fans protestieren gesittet
Der Feind in meinem Club

Mit Pizzadienst, roter Farbe und dem Aktienrecht kämpfen die Fans von manchester United gegen einen ungewollten Käufer.

LONDON. Die Schlacht haben die Roten gewonnen. Der Krieg indes geht für die Fans des britischen Fußballclubs Manchester United weiter. Alles dreht sich um die Frage: Wem soll "ManU" gehören? Der 126 Jahre alte Traditionsverein ist an der Londoner Börse notiert; die Anhänger der Mannschaft, deren Vereinsfarbe ein sattes Rot ist, halten zusammen weniger als ein Fünftel der Aktien.

Ihr Feind sitzt in den USA und kauft derweil fleißig ein: Malcolm Glazer, 76, als skrupellos verschriener Selfmade-Mann, der aus der kleinen Uhrenfirma seines Vaters ein Familienimperium gemacht hat. Auf fast 1,2 Mrd. Dollar wird sein Vermögen geschätzt. Was er will, das kriegt er.

Jetzt will der "Kobold", wie er wegen seines Bartes und seiner Statur genannt wird, Manchester United. Erst am Freitag hatte Glazer seinen Anteil um gut sechs auf 25,3 Prozent erhöht. Während die größten Manu-Aktionäre, die irischen Rennveranstalter John Magnier und J.P. McManus, ihre knapp 29 Prozent vorerst nicht verkauft haben, war der drittgrößte Anteilseigner, der schottische Millionär Harry Dobson, weniger zurückhaltend.

Ein US-Amerikaner als Herr in Old Trafford, dem Stadion der ManU-Kicker? Immerhin wäre Glazer nicht der einzige Ausländer, der einen Club der britischen Premier League besitzt. Der russische Tycoon Roman Abramowitsch etwa hat mit seinem Geld den FC Chelsea vor dem Ruin bewahrt.

Aber Manu ist kein Sanierungsfall, auch wenn der Verein mit der millionenschweren Übernahme von Wayne Rooney sein Budget überzogen hat. "Es ist nicht so sehr die Tatsache, dass Mr. Glazer Amerikaner ist, die uns stört", sagt ein Sprecher der Independent Manchester United Supporters Association (IMUSA). "Es ist vielmehr der Fakt, dass er nie in Old Trafford gewesen ist. Er versteht die Kultur nicht und die Tradition des Fußballs, geschweige denn Manchester United." IMUSA fordert nun vom Management Abwehrmechanismen und auch von den Hauptsponsoren Nike und Vodafone Unterstützung.

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