„Nicht auf den Putz hauen“
BMW-Motorsportchef bleibt zurückhaltend

BMW-Motorsportdirektor Mario Theissen sieht trotz der jüngsten Erfolgsserie in der Formel 1 wenig Chancen auf den Gewinn der Fahrer-Weltmeisterschaft und Michael Schumacher nach wie vor als Top-Favoriten auf den Titel. Der Ferrari-Pilot habe in den letzten Rennen kein siegfähiges Auto gehabt und dennoch gepunktet.

HB/dpa MÜNCHEN/LANDSHUT. Darin sehe man die Qualitäten des Weltmeisters, erklärte Theissen vor Journalisten im BMW-Werk in Landshut. "Ich denke, er hat im Moment vor allem ein Reifenproblem. Wenn Sie sehen, wie schnell wir nach vorne gekommen sind, dann erwarte ich einfach, dass die Konkurrenz auch in der Lage ist, ihr Reifenproblem innerhalb von drei, vier Rennen zu lösen", so Theissen. Zudem seien die elf Punkte Vorsprung des älteren Schumachers auf seinen Bruder, BMW-Williams - Pilot Ralf Schumacher, "beim heutigen Punktesystem schon eine Menge".

Nach den zwei Doppel-Erfolge durch Ralf Schumacher und Juan Pablo Montoya in den letzten beiden Grand Prix auf dem Nürburgring und in Magny-Cours wolle man nun nicht "auf den Putz hauen" und nicht überheblich sein: "Es ist ja relativ einfach. Wir müssen uns darauf konzentrieren, in jedem Rennen zu holen, was für uns drin ist, und dann zählen wir am Schluss zusammen." Derzeit führt Michael Schumacher in der Fahrer-WM mit 64 Punkten vor dem finnischen Silberpfeil-Piloten Kimi Räikkönen (56) und Ralf Schumacher (53).

Ein anvisiertes Ziel der Münchner ist hingegen der Gewinn der Konstrukteurs-WM, wo Ferrari (103) noch mit drei Punkten Vorsprung vor BMW-Williams (100) führt. "In der Öffentlichkeit ist die Fahrer- WM natürlich populärer. Für uns als Hersteller vom Kompetenznachweis her ist der andere Titel wertvoller", sagte Theissen.

Überrascht zeigte sich der BMW-Verantwortliche von den Problemen der Konkurrenz McLaren-Mercedes, bei dem sich das Debüt des neuen Silberpfeils immer weiter hinauszögert. "Wir haben alle damit gerechnet, dass das Auto vor Mitte der Saison da ist", meinte er. Man dürfe sich aber selbst auch in Zeiten des Erfolges nie zu sicher sein. "Dass in dem Geschäft nichts sicher ist, haben wir in den letzten sieben Wochen gesehen. Denn vor sieben Wochen hätte niemand darauf gesetzt, dass wir so schnell nach vorne kommen", so Theissen. Der jüngste Aufwärtstrend bei BMW-Williams hat dennoch nach dem extrem schwierigen Saisonstart im Team für große Erleichterung gesorgt, gab Theissen zu: "Es ist wirklich so, dass es für das Team ein Riesen-Durchatmen ist." Durch den zusätzlichen Motivationsschub gehe alles viel leichter.

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