Nicht ausreichend Anlegerstimmen für Bilanzuntersuchung
Aktionärsschützer scheitern mit Telekom-Sonderprüfung

Bei einem Aufruf an die Kleinaktionäre ist das notwendige Quorum von fünf Prozent der Stimmen verfehlt worden. Die Sonderprüfung sollte wegen der Immobilienaffäre der Telekom angesetzt werden.

afp DÜSSELDORF. Die Deutsche Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW) ist zunächst mit dem Versuch gescheitert, wegen der Immobilienaffäre der Telekom eine Sonderprüfung der Konzernbilanzen aus den 90er Jahren durchzusetzen. Bei einem Aufruf an die Kleinaktionäre sei das notwendige Quorum von fünf Prozent der Stimmen verfehlt worden, sagte DSW-Sprecherin Petra Krüll am Montag in Düsseldorf. Krüll monierte, bei Unternehmen von der Größe der Telekom sei eine derartige Hürde "sehr hoch". Die DSW werde nun versuchen, auf der Hauptversammlung am 29. Mai in Köln zumindest die Telekom-Bilanz des Jahres 2000 erneut auf den Prüfstand stellen zu lassen.

Die Telekom hatte im Februar angekündigt, ihr Immobilienvermögen um netto 1,5 Mrd. Euro (gut 2,9 Mrd. DM) abzuwerten. Aktionärsschützer werfen dem Konzern vor, der Schritt sei bereits seit Jahren überfällig und hätte bereits ab dem Jahr 1996 nach und nach in den Bilanzen vollzogen werden müssen. Unter anderem moniert die DSW, dass Anleger beim zweiten und beim dritten Börsengang der Telekom überhöhte Preise für T-Aktien hingeblättert hätten. Mit der Sonderprüfung sollte auch begutachtet werden, "inwieweit die insgesamt drei Emissionsprospekte fehlerfrei und die jeweils festgesetzten Emissionspreise gerechtfertigt waren". In einem noch nicht abgeschlossenen Gutachten lässt die Vereinigung prüfen, ob Anleger eine so genannte Prospekthaftungsklage gegen das Telekom-Management richten können. Die Telekom-Führung will nur die Bilanz des laufenden Jahres doppelt prüfen lassen; dies reicht der DSW nicht aus.

Viele interessierte Telekom-Anleger hätten nicht bis zur am vergangenen Donnerstag abgelaufenen Frist die notwendigen Aktionärsbescheinigungen vorlegen können, sagte Krüll zu der geschweiterten Sonderprüfung der alten Bilanzen. Dabei habe es unter anderem Probleme mit Online-Banken gegeben, die nicht auf die Ausstellung derartiger Formulare vorbereitet seien. Die Depotbanken müssen bei einem Antrag zur Änderung der Tagesordnung einer Hauptversammlung bestätigen, dass die Aktionäre Anteilsscheine seit mindestens drei Monaten halten.

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