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Nicht fummeln, Liebling!

SMS sind in - und machen krank. In Großbritannien ist jetzt der erste Fall von "Text Message Injury" aktenkundig geworden.

Wo die Liebe hinfällt - da hilft heute das Handy. Längst ist das Versenden von Textnachrichten bei jungen Menschen mehr als ein Frei-zeitsport. In Großbritannien, wo täglich Millionen sogenannter SMS-Nachrichten hin- und herfliegen, ist jede zweite Mitteilung eine (mehr oder weniger erotische) Liebeserklärung, haben Umfragen herausgefunden. Man mag über den Sinn dieser Art der zwischenmenschlichen Kommunikation streiten - mit SMS hält auf jeden Fall die Verbindung !

Doch die Fummelei auf dem Handy kann Menschen nicht nur zusam-men bringen, sondern auch ins Krankenhaus. Louise Thompson aus dem Londoner Stadtteil Hackney zumindest musste vor Wochen plötzlich mit einer seltsamen Krankheit zum Arzt - TMI. Das Kürzel steht für Text Message Injury, was soviel bedeutet wie "Textnachrichtverletzung". Tatsächlich ist die junge Britin der erste offizielle Fall des SMS-Fiebers. Die Diagnose des Arztes: chronisch steife Finger und peinvolle Schmerzen im Unterarm. TMI eben!

Die Ursache lag in der Hand: Ihr Handy. Denn vor fünf Monaten hat Louises Freund London für einen Trip um den Globus verlassen. "Nachdem er weg war, habe ich mehr als 15 Textnachrichten pro Tag an ihn versandt", gestand die verliebte Londonerin dem Doktor. Die Frage, ob ihr Partner seine Weltreise bislang eigentlich genießen kann, sei dahin gestellt. Fest steht, dass Louise nun die erste TMI-Patientin in Großbritannien ist und sich nicht mal eine Tasse Tee machen kann. Dies ist für eine echte Engländerin noch immer ein schwerer Schlag.

Psychologen, Ärzte und Politiker sind bereits alarmiert. Denn bislang war das Problem eigentlich nur für kleine Kinder gesehen worden, die auf dem Handy mit vollen Kräften herumfingern. Nun ist klar: Textnachrichten sind auch eine Gesundheitsgefahr für Erwachsene! Schließlich versenden manche Briten angeblich bis zu 100 Botschaften pro Tag. In einem Land wie England, wo die Krankenhäuser ohnehin schon überfüllt sind und Patienten bisweilen Monate auf eine Operation warten müssen, kann dies schnell den medizinischen Notstand bedeuten.

Louise Thompson ist das alles egal. Für sie wird die Pein bald vorbei sein. Zwar ist ihr Arm noch immer geschwollen und kann sie ihn nicht mehr richtig einsetzen. Doch die Heilung naht: Ihr Freund will im Juli nach London zurück kehren.

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