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'Nicht mit uns': Waggonbauer kämpfen unbeirrt für Ammendorf

HALLE (dpa-AFX) - Die Waggonbauer aus Halle-Ammendorf wollen trotz derbesiegelten Schließung ihres Werkes weiter um den Erhalt des Standortes kämpfen."Wir resignieren nicht", sagte der Betriebsratsvorsitzende Reiner Knothe amDonnerstag nach einer Betriebsversammlung vor dem Werkstor. Am Vortag hatte derAufsichtsrat des Bahntechnikherstellers Bombardier denPlänen zugestimmt, das Werk in Halle mit seinen 677 Beschäftigten bis Ende 2005komplett aufzugeben. Der Waggonbau ist der letzte große Industriebetrieb in derRegion Halle.

HALLE (dpa-AFX) - Die Waggonbauer aus Halle-Ammendorf wollen trotz derbesiegelten Schließung ihres Werkes weiter um den Erhalt des Standortes kämpfen."Wir resignieren nicht", sagte der Betriebsratsvorsitzende Reiner Knothe amDonnerstag nach einer Betriebsversammlung vor dem Werkstor. Am Vortag hatte derAufsichtsrat des Bahntechnikherstellers Bombardier denPlänen zugestimmt, das Werk in Halle mit seinen 677 Beschäftigten bis Ende 2005komplett aufzugeben. Der Waggonbau ist der letzte große Industriebetrieb in derRegion Halle.

Ziel sei es, Ammendorf ohne Bombardier eigenständig weiterleben zu lassen.Aus Sicht der Arbeitnehmer ist der Konzern dabei nicht aus der Pflicht genommen.Ammendorf brauche faire Startbedingungen und Begleitung auf dem Weg. Auch dasLand sei gefordert. Erste Anfragen von Interessenten gebe es. Diese würdenebenso wie eigene Vorschläge mit einer Unternehmensberatung ausgelotet.

Nach Angaben von Halles IG Metall-Chef Günter Meißner kann zum Beispiel dieSparte Interieur als eigenes Gebilde weiter bestehen. Er schloss auch dieMöglichkeit des Weiterbetriebes als so genanntes Management Buy Out (MBO) - alsoeine Übernahme aus den eigenen Reihen - nicht aus. "Unser großes Ziel ist es,weiter Schienenfahrzeuge in Ammendorf zu bauen. Daran halten wir fest", sagteMeißner.

'BRAUCHEN ANDERE STANDBEINE'

"Wir brauchen auch andere Standbeine", ergänze er. Er verwies dabei auch aufAlternativen wie die Komponentenfertigung. "In zwei bis drei Monaten wissen wir,wohin die Reise für Ammendorf geht. Entscheidend ist, dass Ende 2005 nicht dieWerkstore mit Eisenketten verriegelt werden", sagte Meißner.

Die Belegschaft hatte einen Tag nach dem Beschluss des Aufsichtsrates ihremUnmut vor dem Werkstor Luft gemacht. "Werksschließung - nicht mit uns","Waggonbau Ammendorf - das stählerne Herz von Halle muss weiterleben" oder "Wirkämpfen weiter für den Erhalt" war auf Transparenten zu lesen.

Betriebsratsvize Armin Schoppe forderte Ministerpräsident Wolfgang Böhmer(CDU) und Wirtschaftsminister Horst Rehberger (FDP) auf, vor Ort mit denWaggonbauern zu reden. "Wir kommen auch Sonnabendnacht halb zwei hier her, wennsich sonst kein anderer Termin finden würde", sagte er.

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