Nicht nur nach Baden-Würtemberg geliefert
Genmanipuliertes Saatgut offenbar bundesweit verkauft

Reuters DÜSSELDORF. Gentechnisch verändertes Rapssaatgut ist offenbar nicht nur nach Baden-Würtemberg geliefert worden. Das Landwirtschaftsministerium in Düsseldorf teilte mit, dass auch in Nordrhein-Westfalen verdächtiges Saatgut an drei Betriebe geliefert worden sei. Umweltministerin Bärbel Höhn (Grüne) kündigte an, sollte der Raps gentechnisch verunreinigt sein, werde das Land die Produktion aufkaufen und vernichten. Die "Tageszeitung" (Samstagausgabe) berichtete zudem vorab unter Berufung auf das schleswig-holsteinische Landwirtschaftsministerium, rund 15 Großhändler seien bundesweit mit dem gentechnisch veränderten Saatgut beliefert worden. Die Länder müssten nun den Verbleib klären.

Nach Angaben des Düsseldorfer Landwirtschaftsministerium wurde der komplette Bestand Saatgut einer westfälische Firma nach Baden-Württemberg verkauft. Zudem seien die Parzellen eines Betrieb in Ostwestfalen, der 200 Gramm des Saatgutes zu Versuchszwecken ausgesät habe, unter behördlicher Aufsicht abgeerntet worden. Eine dritte Firma in Köln habe ihren Bestand an einen Landwirt in der Eifel verkauft.

Vergangene Woche war bekannt geworden, dass der niederländische Saatgut-Importeur Advanta Seeds anteilig gentechnisch veränderte Rapssamen aus Kanada nach Frankreich, Deutschland, Schweden und Großbritannien eingeführt hatte. Als erstes europäisches Land hatte Frankreich am Donnerstag die Vernichtung seiner genmanipulierten Rapssaaten angeordnet. Das Bundeslandwirtschaftsministerium lehnte eine Vernichtung der Pflanzen mit der Begründung ab, es gebe hierfür keine rechtliche Grundlage. Stattdessen sollte der Raps zu Bio-Diesel verarbeitet werden. Die Umweltschutzorganisation Greenpeace erstattete in Deutschland Strafanzeige gegen Advanta Seeds.

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