"Nicht spruchreif"
Tchibo lehnt erneut Stellungnahme zu Reemtsma ab

Der Hamburger Kaffeeröster Tchibo hat am Montag eine Stellungnahme über den Fortgang der Vorbereitungen für einen Börsengang seiner Zigaretten-Tochter Reemtsma abgelehnt. Ein Unternehmenssprecher verwies auf Anfrage in Hamburg lediglich auf frühere Stellungnahmen, denen zufolge die Investmentbank Merrill Lynch mit den Vorbereitungen beauftragt worden war.

rtr HAMBURG. Er wollte einen Bericht des "Wall Street Journal" nicht kommentieren, wonach Merrill Lynch auch den Verkauf von Reemtsma als Ganzes oder von Teilen prüft. Am Freitag hatte Reemtsma bereits Berichte unkommentiert gelassen, wonach der spanisch-französische Tabakkonzern Altadis an einer Übernahme des weltweit viertgrößten Zigarettenherstellers Reemtsma ist.

Der Sprecher der mit 75,1 % an Reemtsma beteiligten Tchibo Holding verwies auf eine Aussage von Anfang Oktober, wonach es sich bei den Vorbereitungen für einen Börsengang um grundsätzliche Überlegungen handele. "Das ist nicht spruchreif", fügte er hinzu. Anfang Oktober hatte eine Unternehmenssprecherin gesagt: "Das ist ein grundsätzliches Vorhaben, um möglicherweise neue Partner aufzunehmen."

Das "Wall Street Journal" berichtete, die Vorbereitungen für einen Verkauf befänden sich noch in einem sehr frühen Stadium. In den vergangenen Wochen waren vor allem Japan Tobacco und die britische Imperial Tobacco als mögliche Interessenten für Reemstma genannt worden, denen sich nun Altadis hinzugesellt hat.

Nach frühen Angaben aus dem Unternehmen verhindert bislang ein Streit unter den Familieneignern eine Entscheidung über die Zukunft von Reemtsma. Der frühere Konzernchef Günter Herz war Anfang des Jahres nach einem Streit mit den anderen Familiengesellschaftern aus der Führung ausgeschieden. Der Sohn des Unternehmensgründers Max Herz hatte das Unternehmen für die Börse öffnen wollen, um eine Expansion zu finanzieren. Zusammen mit seiner Schwester Daniela und dem Wirtschaftsprüfer Otto Gellert ist er über eine gemeinsame Vermögensgesellschaft mit 39 % an Tchibo beteiligt. Herz war nach 30 Jahren als Konzernchef Medienberichten zufolge von seinen Brüdern Michael, Wolfgang und Joachim aus dem Unternehmen gedrängt worden, die 52 % an dem Konzern halten.

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