Nicht zum politischen Spielball werden
Telekom will offenen Mitarbeiter-Brief in Zeitungen abdrucken

Die Deutsche Telekom hat ihre Mitarbeiter aufgerufen, einen offenen Brief zu unterschreiben, der sich gegen die politische Einflussnahme bei der aktuellen Debatte um Vorstandschef Ron Sommer wendet. Er soll am Freitag in überregionalen Zeitungen erscheinen.

rtr BONN. Einen Entwurf für den offenen Brief publizierte die Telekom am Donnerstag im firmeninternen Intranet, wie die Nachrichtenagentur Reuters erfuhr. Die Mitarbeiter wurden aufgerufen, den Brief zu unterschreiben und damit zu unterstützen. Ein Telekom-Sprecher bestätigte, dass der offene Brief am Freitag in Tageszeitung veröffentlicht werden soll. Die Kosten für die Anzeigen trage das Unternehmen.

Der "Offene Brief von Mitarbeitern der Telekom an die politisch Verantwortlichen" ist Angaben von Mitarbeitern zufolge mit einem aus der Tageszeitung "Die Welt" entnommenen Zitat überschrieben: "Wenn eines der größten deutschen Unternehmen politischer Spielball wird, nimmt der Standort Deutschland als Ganzes Schaden." Mehrere Telekom-Beschäftigte bestätigten Reuters, dass sie im Intranet aufgerufen wurden, den Brief zu unterschreiben. Bei der Telekom-Tochter T-Online fand sich Angaben von Beschäftigten zufolge indes kein solcher Aufruf. Über den Initiiator der Aktion innerhalb des Telekom-Konzerns wurde zunächst nichts bekannt. Der seit mehr als sieben Jahren als Vorstandschef bei der Telekom agierende Sommer genießt bei vielen der mehr als 240 000 Konzernbeschäftigten hohes Ansehen, wie Mitarbeiter berichten. Der 20 Mitglieder umfassende Aufsichtsrat der Telekom wird voraussichtlich am Dienstag über die Zukunft Sommers entscheiden. Der Manager hatte in den vergangenen Wochen auf Grund des sinkenden Aktienkurses und der an den Kapitalmärkten kritisch aufgenommenen Unternehmens-Verschuldung zunehmend die Unterstützung der Bundesregierung verloren. Der Bund ist mit 43 % der größte Einzelaktionär des Unternehmens. Sommer lehnt Angaben aus seinem Umfeld zufolge bislang einen Rücktritt ab.

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