Nichts anderes angefragt: Türkei räumt USA zunächst nur Überflugrechte ein

Nichts anderes angefragt
Türkei räumt USA zunächst nur Überflugrechte ein

Die türkische Regierung will den USA für Militäroperationen gegen den Irak zunächst nur Überflugrechte einräumen. Das teilte Regierungssprecher Cemil Cicek am frühen Mittwochmorgen nach stundenlangen Beratungen der Regierung in Ankara mit.

HB/dpa ANKARA. Nachdem Washington noch in der Nacht der Anwesenheit türkischer Soldaten im Nordirak grundsätzlich zugestimmt habe, solle das Parlament an diesem Donnerstag über die Regierungsvorlage abstimmen.

Auf Fragen von Journalisten nach der Stationierung von US-Bodentruppen sagte der Sprecher, im Moment hätten die USA nur um Öffnung des Luftraumes nachgesucht. Entsprechend solle der Antrag an das türkische Parlament abgefasst werden. "Was die Entwicklungen in den nächsten Tagen zeigen werden, was die Bedingungen dann erfordern, ist eine andere Sache", sagte der Regierungssprecher.

Anfang des Monats hatte das türkische Parlament in einer ersten Abstimmung die geplante Stationierung von 62 000 US-Soldaten sowie mehr als 300 Flugzeugen und Hubschraubern abgelehnt. Die Fraktionsspitze der islamisch-konservativen Regierungspartei AKP hat signalisiert, dass die Abgeordneten diesmal im "nationalen Interesse" der Türkei ihre Zustimmung nicht verweigern würden.

Die Türkei will eigene Soldaten in "ausreichender" Zahl in den Norden des Iraks schicken. Sie sollen dort nach offizieller Darstellung humanitäre Aufgaben wahrnehmen und die turkmenische Minderheit schützen. Vorrangig geht es der Türkei darum, die Ausrufung eines unabhängigen Kurdenstaates zu verhindern und ein Eindringen von Rebellen der kurdischen Arbeiterpartei PKK in die Türkei zu unterbinden.

Nach Angaben von Regierungssprecher Cicek haben Ankara und Washington ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen den Terrorismus bekräftigt. Eine "Ausbreitung des Terrors" im Nordirak solle nicht geduldet werden. Nach dem Ende des Guerillakrieges der PKK im Südosten der Türkei im Jahr 1999 hatten sich tausende PKK-Rebellen in den Nordirak zurückgezogen.

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