"Nichts für blutige Anfänger"
Von Björn Borg siegen lernen

Die Idee stammt aus den USA. "Fantasy Camps" heißen sie dort, und gemeint sind die Events, bei denen ehemalige Top-Spieler aus dem Baseball, Basketball oder Tennis gegen Hobbysportler antreten.

HB DÜSSELDORF. George Pascal, Geschäftsführer von ITMS Sports in Bad Nauheim, erklärt den Reiz dieser Events: "Hier haben beispielsweise Manager die Gelegenheit ihre Sportidole aus der Jugend bestens kennen zu lernen." Dabei spielen sie nicht nur mit ihren Idolen, sondern feiern sogar mit ihnen.

Mit dieser Idee, die in Deutschland bislang nur beim Golf regen Anklang findet, will Pascal jetzt auch beim Tennis in Deutschland für Furore sorgen. Und was bietet sich da nicht besser an, als auf den Boom mit Tennis-Allstars zu setzen. Als Ort des Geschehens für das "Fantasy Camp" hat sich der gebürtige New Yorker Pascal das 30 000-Einwohner- Städtchen Sundern im Hochsauerlandkreis ausgeguckt. Hier werden die ehemaligen Tennisgrößen Björn Borg, Ilie Nastase, Henri Leconte und Mansour Bahrami gegeneinander antreten. Das Besondere an diesem Turnier: Hobby-Tennisspieler sind auch hier mit von der Partie.

Meistertitel im Visier

"Wir versprechen uns eine ganz spannende Angelegenheit", erklärt Paul Krengel, Präsident des BlauWeiß Sundern, der in der vergangenen Saison Vize-Meister der Tennis-Bundesliga wurde. Sundern, bislang Wirtschaftsinsidern nur als Sitz des Elektrogeräte-Herstellers Severin bekannt, will sich zu Deutschlands Tennishochburg mausern. "In diesem Jahr haben wir den Meistertitel im Visier", zeigt sich Krengel selbstbewusst. Damit die Augen der Tenniswelt auf Sundern gerichtet bleiben, wartet der Club zu Saisonbeginn gerne mit Highlights auf. "Im letzten Jahr war Boris Becker bei uns als Bundesliga-Spieler gemeldet. Mit den Sauerland Champions betreten wir auch in diesem Jahr Neuland", sagt Krengel.

Einer, der solche Tennisevents wie in Sundern gerne besucht, ist der Bamberger Kommunikationsmanager Bernd Oelsner. Für den nach kritischer Selbsteinschätzung "etwas besseren Hobby-Tennisspieler" sind die Turniere mit Profis immer ein ganz besonderes Erlebnis. "Ich weiß diese Spiele zu schätzen", sagt Oelsner.

Profis geben sich locker

Und das liegt ganz an der Spielweise der ehemaligen Tennisgrößen. "Sie spielen einem den Ball immer so zurück, dass man ihn problemlos retournieren kann", weiß der Kommunikations-Fachmann. Das ist nicht alles, was die Profis im vorgerückten Alter noch können. Wenn es ihnen nämlich zu gemütlich und ausgeglichen auf dem Platz zugeht, dann können sie auch anders. "Sie zeigen einem dann, wer der Chef im Ring ist", erklärt der Bamberger.

Wer also bei diesen Turnieren mit seinen Idolen mitspielen will, sollte schon in der Lage sein, die Bälle unfallfrei über das Netz zu bringen. "Für blutige Anfänger sind diese Matches nichts", rät Oelsner ab. Denn bei solchen Mitspielern verlieren die Ex-Champions die Lust an ihrer Profession, die sie noch auf sehr hohem Niveau zelebrieren können.

Für Pascal sollen die "Sauerland Champions" der Startschuss für weitere Events dieser Art sein. Was ihm noch fehlt, ist eine echte deutsche Nummer eins für ein Allstar- Team. Der ehemalige Wimbledon- Sieger und Handelsblatt Weekend- Journal-Kolumnist Michael Stich könnte eine echte Bereicherung für so ein Team sein, orakelt der Sportmarketing- Experte. Vielleicht kann ihm da der Blau-Weiß-Sundern-Präsident Krengel weiterhelfen - der Mann hat sich ja auf Tennis-Highlights spezialisiert.

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