"Nie ängstlich in ein Turnier gehen"
Viererkette in der Abwehr bleibt

Die Viererkette in der Abwehr bleibt. Damit sorgt Rudi Völler für Klarheit in der Abwehr. Doch Oliver Kahn macht sich ernsthafte Sorgen um das brüchige Gesamtgefüge im Team des Vizeweltmeisters.

HB ALMANCIL. Seinen einzigen öffentlichen Auftritt in Portugal vor dem EM-Start gegen die Niederlande nutzte der Kapitän zu einem eindringlichen Appell an die Kollegen. "Wir können nur eine erfolgreiche EM spielen, wenn wir total als Einheit auftreten", warnte der Torhüter bei einer Pressekonferenz am Freitag in Almancil. "Nur wenn jeder begreift, dass er über die 100-Prozent-Grenze gehen muss, ist alles möglich."

Zuvor hatte sich Völler in einer knapp einstündigen Aussprache mit Kahn und den Abwehrspielern darauf verständigt, ungeachtet der 0:2- Blamage im Abschlusstest gegen Ungarn an der zuletzt löchrigen Vierer-Kette festzuhalten. Niemand habe die Schuld an der Pleite von Kaiserslautern auf das System oder die Nebenleute geschoben. "Jedem war die Fehlerquelle gegen Ungarn klar: Man war unkonzentriert und hatte den Gegner zu Beginn unterschätzt", schilderte Völler und versprach: "Das werden wir gegen die Niederländer besser machen."

Abwehrchef Jens Nowotny verspürte nach der Unterredung im Luxus- Quartier an der Algarve die Gewissheit, dass er ungeachtet der eigenen Defizite und der öffentlich geäußerten Kritik an seiner Person weiter Völlers Vertrauen genießt. "Wenn ich dabei war, habe ich immer gespielt. Ich gehe davon aus, dass es weiter so sein wird", sagte Nowotny, dessen Ablösung von etlichen Experten gefordert worden war. Energisch widersprach der 30 Jahre alte Leverkusener den Vorwürfen, er sei nach zwei Kreuzbandrissen zu langsam für eine EM- Endrunde. "Die Geschwindigkeit dürfte kein Problem sein", entgegnete er schroff.

Im Gegensatz zu Nowotny, der sich "im Klaren" wähnt, setzte Völler vier Tage vor dem brisanten Nachbarschafts-Gipfel gegen die Niederländer die Geheimniskrämerei um seine Mannschaft fort. "Viele Spieler wissen, was Sache ist. Aber ich will die Spannung möglichst lange hochhalten", sagte der Teamchef. Die letzten offenen Fragen, vor allem in der Besetzung des Angriffs, wolle er erst "nach dem Abschlusstraining am Montagabend" im Spielort Porto mit Bundestrainer Michael Skibbe und den betroffenen Wackelkandidaten besprechen.

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