"Nie wieder Krieg"
Zehntausende demonstrieren bei Ostermärschen

An den Ostermärschen 2002 der deutschen Friedensbewegung gegen Krieg und Terror haben sich nach Angaben der Veranstalter mehrere 10 000 Menschen beteiligt - deutlich mehr als im vergangenen Jahr. Auch am Montag gingen noch einmal Tausende zu den Abschluss-Demonstrationen auf die Straßen. Die größten Demonstrationen gab es in Frankfurt am Main, Berlin, Hamburg, Nürnberg und Kassel.

dpa FRANKFURT/MAIN. Das Frankfurter Ostermarschbüro zog eine positive Bilanz der Aktionen, die am Karfreitag begonnen hatten. An vier Tagen habe es gut 70 Osteraktionen gegeben. "Dies zeugt von einer lebendigen Protestbewegung gegen den Krieg", sagte Sprecher Willi van Ooyen. Die Beteiligung sei insgesamt reger geworden. Es seien oftmals doppelt so viele und vor allem mehr jüngere Teilnehmer als im Vorjahr dabei gewesen.

In Frankfurt am Main zogen rund 4 000 Menschen in einem Sternmarsch aus vier Richtungen in die Innenstadt. Bei der Abschlusskundgebung vor dem Rathaus Römer kritisierte der Psychoanalytiker Horst Eberhard Richter scharf die Beteiligung der Bundeswehr am so genannten Anti-Terror-Krieg der USA: "Keine noch so gewaltige militärische Überlegenheit schützt vor selbstmörderischer Rachebereitschaft." Deutschland solle endlich "den Mut aufbringen", seine erweiterte Verantwortung nicht militärisch, sondern friedenspolitisch sichtbar zu machen.

IG-Metall-Vorstandsmitglied Horst Schmitthenner äußerte den Verdacht, "dass der grauenhafte Terroranschlag vom 11. September für die Kriegführung instrumentalisiert wurde". Der Zielkatalog des Afghanistan-Krieges sei immer weiter aufgefächert worden, "so dass für fast jeden etwas Passendes zu finden war". Die Losung aber müsse "Nie wieder Krieg" heißen, da es im Wesen des Krieges liege, dass Zivilisten ermordet und zahlreiche Menschen ins Elend gestürzt werden.

In Berlin wurden am Montag zur Abschlusskundgebung am Brandenburger Tor mehrere tausend Menschen erwartet. In Hamburg demonstrierten über 1 000 Menschen. In Nürnberg kamen rund 1 000 Menschen zum Ostermarsch. In Kassel sprachen die Veranstalter von etwa 1 200 Teilnehmern. Auch in Aschaffenburg, Würzburg und in Gardelegen (Sachsen-Anhalt) gab es Aktionen.

Rund 5 000 Menschen hatten nach Angaben der Veranstalter bereits am Sonntag gegen den geplanten Bombenabwurfplatz der Bundeswehr in der Kyritz-Ruppiner Heide (Brandenburg) demonstriert. "Das ist ein Teilnehmerrekord", sagte Helmut Schönberg von der Bürgerinitiative "Freie Heide". Der Bundesvorsitzende von Bündnis 90/Die Grünen, Fritz Kuhn, sagte bei einer Kundgebung am Rande des Truppenübungsplatzes: "Diese Region verträgt keinen Bombenabwurfplatz". Seine Partei werde sich dafür einsetzen, dass das Areal nicht militärisch genutzt wird.

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