Niebaum bleibt BVB-Präsident
Borussia Dortmund: Rekordumsatz von 184,4 Mill. DM

dpa DORTMUND. Gerd Niebaum bleibt Präsident des weiterhin auf wirtschaftlichem Erfolgskurs steuernden Fußball-Bundesligisten Borussia Dortmund. Der 52 Jahre alte Jurist wurde auf der Jahreshauptversammlung des Traditionsclubs am Sonntag bei sechs Gegenstimmen und drei Enthaltungen mit großer Mehrheit für drei weitere Jahre im Amt bestätigt. Trotz seiner nunmehr 14 Jahre währenden Führungsarbeit und des zuletzt unbefriedigenden sportlichen Abschneidens des Millionen-Ensembles zeigte Niebaum keine Anzeichen von Amtsmüdigkeit. "Aus dem Schockerlebnis der vorigen Saison, als wir fast abgestiegen wären, werden wir die Kraft für einen neuen Höhenflug schöpfen", kündigte er die Rückkehr der Borussia in den erlauchten Kreis der internationalen Spitzenclubs an.

Bei der ersten Jahreshauptversammlung nach dem Börsengang von Ende Oktober legte die Vereinsführung den etwa 700 anwesenden Mitgliedern in der Westfalenhalle 2 eine beachtliche Bilanz vor. Demnach setzte der um Modernisierung bemühte Revierclub im Geschäftsjahr 1999/2000 die Rekordsumme von 184,4 Mill. DM um. Der erste an der Börse notierte deutsche Sportverein übertraf seine alte Bestmarke aus dem Vorjahr damit um 15 %. "Trotz der sportlichen Turbulenzen gab es einen wirtschaftlichen Aufschwung. Das ist eine bemerkenswerte Entwicklung", meinte Niebaum.

Sponsoring und Merchandising haben größten Anteil am Jahresumsatz

Der Löwenanteil des Jahresumsatzes wurde mit 69,9 Mill. DM im Bereich Sponsoring und Merchandising (Vorjahr: 55,08 Mill. DM) sowie mit 68,5 Mill. DM bei der Vermarktung der Fernseh- und Hörfunkrechte (39,54 Mill. DM) erwirtschaftet. Den Erträgen standen Gesamtausgaben von 179,7 Mill. DM gegenüber. Damit belief sich der Überschuss vor Steuern auf 4,7 Mill. DM. Eine Saison zuvor hatte der Revierclub einen Reingewinn von 1,47 Mill. DM erzielt.

Mit rhetorischem Geschick rechtfertigte Niebaum den Börsengang. "Er war der zweite Geburtstag des Vereins und macht unsere Zukunft sicherer", meinte der Vereinschef, der mit Stolz auf die gewachsenen Ressourcen des Vereins verwies. Demnach beläuft sich das Eigenkapital der Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA nach dem viel beachteten Börsengang auf insgesamt 305,4 Mill. DM. "Damit ist der BVB einer der Sportvereine mit einem der größten Vermögen der Welt", sagte Niebaum voller Stolz.

Wie Niebaum wurde auch dessen Stellvertreter Ernst G. Breer bei drei Enthaltungen im Amt bestätigt. Den dreiköpfigen Vorstand komplettiert der 53 Jahre alte Gerhard Reibert. Der Vorstandsvorsitzende einer Hagener Bank war seit 1987 als Mitglied des Wirtschaftsrates für den Verein aktiv. Er löst den langjährigen Schatzmeister Jürgen Freundlieb ab, der auf eine weitere Kandidatur verzichtet hatte.

Für einen bewegenden Moment sorgte ein während der Versammlung eingespieltes Video von Heiko Herrlich. Darin bedankte sich der an einem Gehirntumor erkrankte BVB-Angreifer für die Flut von guten Wünschen und betonte, dass die Diagnose erst auf seinen persönlichen Wunsch hin veröffentlicht worden war. "Ich bin optimistisch und hoffe, gesund zu werden und dann wieder für den BVB spielen zu können", sagte Herrlich begleitet vom lang anhaltenden Applaus der BVB-Mitglieder. Derzeit hält sich der 28-Jährige nicht im Krankenhaus, sondern zu Hause auf.

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