Niebaum: Rummenigge-Äußerungen lassen Frust erkennen: FC Bayern im Schmollwinkel

Niebaum: Rummenigge-Äußerungen lassen Frust erkennen
FC Bayern im Schmollwinkel

Der FC Bayern München hat seine Teilnahme an der Vollversammlung der Deutschen Fußball-Liga (DFL) am Dienstag abgesagt. Zugleich verabschiedete sich Bayern-Präsident Karl-Heinz Rummenigge aus dem Arbeitskreis der deutschen Fußball-Nationalmannschaft.

HB/dpa MÜNCHEN/DORTMUND. "Der FC Bayern wird nicht an der Vollversammlung der DFL in Frankfurt teilnehmen. Dies haben wir heute schriftlich dem Vorsitzenden Werner Hackmann mitgeteilt", erklärte Bayern-Sprecher Markus Hörwick am Montag. Zuvor hatte Rummenigge bereits seine Drohung wahrgemacht und seinen Rücktritt aus dem Arbeitskreis der deutschen Fußball-Nationalmannschaft vollzogen. In einem Telefongespräch mit DFB-Teamchef Rudi Völler begründete der Vorstandsvorsitzende der Bayern München AG am Montag seinen Schritt damit, dass er als Repräsentant der Deutschen Fußball-Liga (DFL) in dieses Gremium gewählt worden sei. Als Konsequenz aus dem Verhalten der DFL in der Kirch-Affäre werde der FC Bayern jedoch aus allen DFL-motivierten Gremien austreten. Davon betroffen sind auch Uli Hoeneß (DFB - Spielausschuss) und Karl Hopfner (AK Versicherung Nationalmannschaft). Die Münchner hatten am Vortag den Bruch mit der DFL verkündet und den Rückzug aus allen Verbandsgremien angekündigt.

Gleichzeitig versicherte Rummenigge nach Angaben des DFB, dass der FC Bayern die Nationalmannschaft künftig auf unbürokratische Weise unterstützen wolle. "Die Bayern haben uns glaubwürdig versichert, dass Karl-Heinz Rummenigge und Uli Hoeneß weiterhin zu einer konstruktiven Zusammenarbeit mit dem DFB und der Nationalmannschaft bereit sind", erklärte DFB-Mediendirektor Harald Stenger. Insbesondere bleibe "das gute Verhältnis" mit Völler und DFB - Präsident Gerhard Mayer-Vorfelder "nach den Kontakten vom Montag von den aktuellen Auseinandersetzung unberührt".

Der Arbeitskreis Nationalmannschaft besteht damit noch aus Bayer Leverkusens Geschäftsführer Rainer Calmund sowie den Managern Michael Meier (Borussia Dortmund) und Dieter Hoeneß (Hertha BSC). Er war als Folgeeinrichtung der so genannten Task Force ins Leben gerufen worden, die Mayer-Vorfelder nach der desaströsen EM 2000 und den Turbulenzen um Christoph Daum gegründet hatte.

Gerd Niebaum, Präsident des deutschen Fußball- Meisters Borussia Dortmund, relativierte indes die Pauschalkritik von Karl-Heinz Rummenigge an der DFL. "Karl-Heinz Rummenigge ist jetzt befangen, er ist jetzt nicht der Zeitzeuge, um objektiv zu urteilen", sagte Niebaum am Montag. Bayern Münchens Vorstandsvorsitzender Rummenigge hatte die DFL harsch kritisiert, nachdem die Liga zum Vergleich zwischen ihr und den Bayern von "moralischer Verwerflichkeit" der Münchner beim Kirch-Geheimvertrag gesprochen hatte. Rummenigge sprach danach von "vergifteter Atmosphäre".

"Ich glaube, dass die Äußerungen Rummenigges aus einer Verärgerung über die DFL-Pressemitteilung resultierten. Aber jetzt ist nicht der Zeitpunkt, über die Wertigkeit der DFL zu diskutieren", sagte Niebaum. Der Bayern-Vorstandsvorsitzende habe mit seiner Kritik "einen gewissen Frust erkennen lassen".

Als "befremdlich" stufte es Niebaum ein, dass zunächst ein Vergleich über 3 Mill. ? zwischen DFL und Bayern München geschlossen worden sei und die Beteiligten "einen Tag später übereinander her fallen". Die Höhe der Vergleichssumme könne er dabei nicht nachvollziehen, so Niebaum: "Ich kenne die Zusammenhänge nicht, uns als Verein liegt dazu nichts vor. Deshalb kann ich das nicht beurteilen."

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