Niederländer feiern Hochzeit von Willem-Alexander und Máxima: Ein langer Kuss beendete politische Kontroverse

Niederländer feiern Hochzeit von Willem-Alexander und Máxima
Ein langer Kuss beendete politische Kontroverse

Ein langer Kuss unter dem Beifall zehntausender Zaungäste hat die monatelange politische Kontroverse um die Hochzeit des Jahres in den Niederlanden beendet: Die Sonne strahlte und die meisten Niederländer taten es ihr gleich, als sich der niederländische Kronprinz Willem-Alexander und seine argentinische Auserwählte Máxima Zorreguita am Samstag zunächst in der alten Börse das Ja-Wort gaben.

afp AMSTERDAM. Nach der standesamtlichen Trauung erhielten sie in der Neuen Kirche im Beisein des europäischen Hochadels und internationaler Würdenträger den Segen. Rund 2000 Demonstranten protestierten auf dem Konigsplein-Platz gegen die Heirat.

Die bürgerliche Finanzexpertin Máxima erschien bereits zur standesamtlichen Trauung in einem schlichten, elfenbeinfarbenen Seidenbrautkleid des italienischen Modedesigners Valentino mit fünf Meter langer Schleppe. Ihr Brautstrauß bestand aus weißen Rosen und Gardenien. In ihrem blonden, zurückgesteckten Haar funkelte eine silbernes Diadem mit Sternen aus Diamanten. Willem-Alexander trug die mit Orden geschmückte Uniform der Marine.

Das Paar hielt sich während der zivilen Trauzeremonie die meiste Zeit an den Händen und strahlte sich immer wieder an. Bürgermeister Job Cohen fand auflockernde Worte, bevor er das Paar zu Mann und Frau erklärte. Als erste Trauzeugin unterzeichnete die niederländische Königin Beatrix die Eheurkunde. Máxima hatte sie zum Dank für die Unterstützung im Vorfeld der nicht unumstrittenen Vermählung ausgewählt.

Unter den mehr als 1750 Gästen der kirchlichen Trauung in der Nieuwe Kerk am Dam-Platz waren zahlreiche Mitglieder der europäischen Königshäuser wie der britische Thronfolger Prinz Charles, Königin Silvia und König Carl Gustav von Schweden, der norwegische Kronprinz Haakon mit seiner Frau Mette-Marit sowie Königin Sofia von Spanien. Aus Japan war Thronfolger Naruhito angereist. Unter den Gästen waren auch UN-Generalsekretär Kofi Annan und der südafrikanische Ex-Präsident Nelson Mandela. Nicht unter den Gästen waren hingegen die Eltern der Braut. Máximas Vater Jorge Zorreguieta war Minister während der argentinischen Militärdiktatur, unter der rund 30 000 Menschen ermordet wurden. Zwar gibt es offiziell keine Verbindung zwischen Zorreguieta und den Bluttaten, dennoch wird er in den Niederlanden dafür mit verantwortlich gemacht. Als Zugeständnis an die skeptische Bevölkerung blieb der Brautvater den offiziellen Feiern deshalb fern. Der protestantische Reverend Carel ter Linden ging auf die Abwesenheit der Brauteltern ein und dankte ihnen für "die Liebe und Aufmerksamkeit, die sie (Máxima) zu der Person gemacht haben, die sie heute ist". Höhepunkt des Gottesdienstes waren das Ja-Wort der beiden und der Tausch der Ringe, der nicht ganz reibungslos ablief: Willem-Alexander hatte etwas Mühe, Máxima den Ehering an den Finger zu stecken.

Nach der Trauung fuhren der Kronprinz Willem-Alexander und seine Frau in einer goldenen Kutsche zum königlichen Palast. Einige Demonstranten auf dem Konigsplein-Platz im Zentrum der Stadt schleuderten Toilettenpapierrollen und Wasserflaschen auf die Kutsche und hielten ein Transparent mit der Aufforderung: "Máxima, küss deine Kröte". Zwei Protestierer, die einen Farbbeutel warfen, wurden festgenommen. Ansonsten seien die Proteste ruhig verlaufen, teilte die Polizei mit. Insgesamt elf Menschen wurden festgenommen.

Wie die Zeitung "Bild am Sonntag" berichtete, stieg das Brautpaar noch am Tag der Trauung in einen Privatjet - Ziel sei möglicherweise die britische Hauptstadt gewesen, wo sich Máximas Eltern aufhalten sollen. Der Hof habe nur die Abreise in die Flitterwochen offiziell bestätigt. Nach dem Zwischenstopp an der Themse könnte das Ziel die Olympiastadt Salt Lake City in den USA sein, berichtete die "BamS" weiter.

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