Niederländerin Anky van Grunsven hat nun bessere Karten
Dressur: Salzgeber macht es noch einmal spannend

Aus dem vermeintlich souveränen Ritt von Ulla Salzgeber zum zweiten Dressur-Gold ist plötzlich eine Zitterpartie geworden. Der Vorsprung der Mannschafts-Olympiasiegerin aus Bad Wörishofen ist vor der abschließenden Kür am Mittwoch in der Hitze von Markoupolo deutlich geschmolzen.

HB ATHEN. Nach dem Grand Prix Spezial am Dienstag bei den Spielen in Athen führt sie mit ihrem Wallach Rusty mit 76,524 %punkten nur noch ganz knapp vor der Niederländerin Anky van Grunsven mit Salinero (76,004). "So spannend wollte ich es nicht", sagte Salzgeber nach einem Ritt mit ungewohnt vielen Fehlern.

Nach dem ersten Schock zeigte sich die Weltranglisten-Erste aber schnell wieder ehrgeizig und angriffslustig. "Jeder, der mich kennt, weiß, dass ich kämpfen kann", sagte die 46-Jährige. "Normalerweise ist es ja meine Rolle, von hinten zu kommen", meinte sie: "Jetzt ist es "mal umgekehrt."

Wie vor vier Jahren in Sydney, als van Grunsven sich mit Bonfire gegen Isabell Werth (Rheinberg) mit Gigolo durchgesetzt hatte, erwartet die Zuschauer nun ein spannungsgeladener Zweikampf. "Geplant war das nicht", sagte Salzgeber tapfer lächelnd. "Es waren zu viele Fehler", gab sie selbstkritisch zu: "Ich hoffe, das waren die letzten." Schwach waren vor allem die Einerwechsel und die Piaffen (Trab auf der Stelle).

Angriffslustig zeigte sich auch die Verfolgerin. "Als ich Ullas Ergebnis sah, habe ich gedacht: Das machen wir wett", berichtete die Niederländerin fröhlich. "Dabei hatte ich Sonntag noch gedacht, dass ich da nie mehr rankomme." Zu Salzgebers Begründung, sie habe Probleme auf dem Abreiteplatz mit umgewehten Plastik-Buchstaben und umgestellten Mikrofonen gehabt, erwiderte van Grunsven grinsend: "Ich hatte Probleme mit umgestellten Fotografen." Nur noch Außenseiterchancen auf Gold besitzt als Dritte die Spanierin Beatriz Ferrer-Salat mit Beauvalais (75,213).

Auf Platz fünf vorgerückt ist Hubertus Schmidt (Borchen-Etteln) mit Wansuela Suerte (72,887), während Martin Schaudt (Albstadt) mit Weltall (72,008) auf Rang acht absackte. "Ich wollte einstellig bleiben", sagte Olympia-Debütant Schmidt, der gleich drei Plätze gut machte, von den Medaillenrängen aber noch deutlich entfernt liegt. "Sie war etwas griffiger heute", sagte Schmidt über seine Stute.

Gelassen blieb sein Kollege Schaudt, auch wenn er von Rang vier auf acht abgerutscht und damit die vage Hoffnung auf Bronze geplatzt ist. "Er ist noch jung und braucht noch ein, zwei Jahre", sagte er über seinen zehnjährigen Wallach. "Ich bin froh, dass es so gut gelaufen ist und wir mit der Mannschaft schon Gold gewonnen haben."

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