Niederländischer Bierkonzern
Heineken gibt Gewinnwarnung ab

Der niederländische Bierkonzern Heineken N.V. hat erstmals seit 1996 eine Gewinnwarnung abgegeben. Der Reingewinn vor Sonderposten werde im ersten Halbjahr auf dem Vorjahresniveau stagnieren, teilte das Amsterdamer Unternehmen mit.

BRÜSSEL. Die Aktie reagierte auf die Ankündigung mit einem Kurseinbruch. Die Anleger waren zehn Jahre lang mit zweistelligen Zuwachsraten verwöhnt worden. Ob Heineken - wie noch im Februar prognostiziert - im Gesamtjahr den Gewinn steigern kann, will Vorstandschef Thony Ruys erst im September sagen. "Die Sommermonate sind entscheidend", sagte ING-Analyst Gerard Rijk. Er hält einen Ergebnisanstieg von bis zu 6 % im gesamten Jahr noch nicht für ausgeschlossen.

Das Unternehmen führte für die schwächere Ertragslage eine Reihe an Faktoren an: Insbesondere die Weltwirtschaftskrise sowie die Konsequenzen des Irak-Krieges, ein schlechtes Wetter in den USA und Teilen Europas sowie die Folgen der Lungenkrankheit SARS in Asien drückten den Bierkonsum. Zudem belasteten der starke Euro und höhere Pensionslasten die Gruppe. Für Analysten kommt die Gewinnwarnung nicht überraschend. "Sie passt in das Bild des Biermarktes", sagt ING-Analyst Rijk. Andere Konzerne hatten bereits angekündigt, dass das Geschäft in Europa nicht gut laufe.

"Der noch immer negative Trend in den USA ist jedoch überraschend", urteilte Iris/RobecoAnalyst Peter van der Lely. Er hatte den zweiprozentigen Volumenrückgang im ersten Quartal für ein einmaliges Ereignis gehalten. Das Problem sei aber offenbar größer und der zu Jahresbeginn angesteuerte Zuwachs von 7 % wohl nicht mehr erreichbar. Rijk kritisierte, dass Heineken den geringeren US-Konsum nicht ausreichend begründe.

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