Niederlage gegen Italien
Ungarn holt Gold, Deutsche hadern mit dem 10. Platz

Ungarn holt mit einem Sieg gegen die USA Gold, die deutschen Wasserballer beenden das olympische Turnier auf Platz zehn. Die Mannschaft von Hagen Stamm verlor ihr Platzierungsspiel gegen Italien mit 8:10 - die fünfte Niederlage im siebten Spiel.

Die Weltspitze ist wieder entrückt, wichtige Leistungsträger hören auf und reichhaltiger Nachwuchs ist nicht in Sicht: Deutschlands Wasserballer stehen nach ihrem ernüchternden zehnten Platz bei Olympia in Peking einmal mehr am Scheideweg und vor einer ungewissen Zukunft. Bundestrainer Hagen Stamm schlug entsprechend Alarm und knüpfte sein eigenes weiteres Engagement an Bedingungen.

Stamm: "So geht es nicht weiter"

"So geht es nicht weiter. Ob das Training von jedem Einzelnen, Strukturen oder Nachwuchsarbeit: Wir haben viele Defizite, die man nicht ständig übertünchen kann", sagte Stamm, der die Fortsetzung seiner Arbeit als Coach von den Gesprächen in den nächsten Wochen abhängig macht.

Der ehemalige Weltklasse-Center war 1984 in Los Angeles beim Gewinn der Bronzemedaille noch als Spieler für das letzte Edelmetall mitverantwortlich. Vor vier Jahren in Athen hatte Stamm die Auswahl des Deutschen Schwimm-Verbandes (DSV) als Trainer auf Platz fünf geführt.

Der 48-Jährige ging mit seinem Team ins Gericht. "Das war nicht die Mannschaft, die ich kenne. Viele Spieler waren nach den Mühen des Qualifikations-Marathons müde und ausgelaugt", erklärte Stamm: "Am meisten tut es mir leid, dass so verdiente Spieler wie Alexander Tchigir und Thomas Schertwitis auf diese Weise ihre internationale Karriere beenden."

Mannschaft steht vor dem Umbruch

Neben Weltklassetorhüter Tchigir und Center Schertwitis werden wohl auch Kapitän Sören Mackeben und Stamms Schwiegersohn Marc Politze ihre Laufbahn in der Nationalmannschaft beenden. Die neue Generation um Stamms Sohn Marko muss sich international erst noch beweisen.

Auch beim 8:10 (3:4, 1:1, 1:1, 3:4) zum Abschluss gegen Italien blieb die Mannschaft unter Form. Im Gegensatz zum 8:7 in der Vorrunde bemängelte Stamm diesmal eine "unprofessionelle und lustlose Einstellung". Russland-Profi Schertwitis (2), Marko Savic (2), Andreas Schlotterbeck (2) und Politze vom deutschen Rekordmeister Wasserfreunde Spandau sowie der Duisburger Tobias Kreuzmann konnten mit ihren Toren die fünfte Niederlage im siebten Spiel nicht mehr verhindern.

Ungarn schaffen Olympia-Hattrick

Wie es geht, zeigten die Ungarn, die durch ein 14:10 (6:4, 3:4, 2:1, 3:1) gegen Überraschungsfinalist USA den Hattrick perfekt machten und ihr insgesamt neuntes Gold gewannen. Bronze holte Weltliga-Gewinner Serbien durch ein 6:4 (2:0, 2:1, 2:1, 0:2) im brisanten Duell gegen Europameister Montenegro.

Die deutsche Mannschaft hat zumindest einen Trost: Für die nächsten Welt- und Europameisterschaften hat sich das DSV-Team bereits qualifiziert. Ob Stamm dort weiter am Beckenrand stehen wird, ist aber noch fraglich.

© SID

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