Archiv
Niederlage in Bochum wird Fach zum Verhängnis

Die Fans forderten schon während des Spiels die Entlassung des Trainers, die Vereinsführung ließ keine 24 Stunden später Taten folgen. Nach dem 0:3 (0:0) beim VfL Bochum ging die 402 Tage währende Amtszeit von Holger Fach bei Borussia Mönchengladbach zu Ende.

dpa BOCHUM. Die Fans forderten schon während des Spiels die Entlassung des Trainers, die Vereinsführung ließ keine 24 Stunden später Taten folgen. Nach dem 0:3 (0:0) beim VfL Bochum ging die 402 Tage währende Amtszeit von Holger Fach bei Borussia Mönchengladbach zu Ende.

Auf die Talfahrt des mit großen Ambitionen in die Saison gestarteten Altmeisters reagierte der Club mit der Entlassung des Fußball-Lehrers. "Unsere Bilanz mit neun Punkten aus den ersten zehn Saisonspielen, dazu das Aus im DFB-Pokal, ist nicht gut. Wir mussten uns deshalb fragen, ob wir mit Holger Fach unser Saisonziel - uns ohne Abstiegssorgen in der Bundesliga zu etablieren - erreichen", meinte Präsident Rolf Königs in einer Erklärung des Vereins.

Die wachsende Kluft zwischen Trainer und Tribüne war schon nach dem Schlusspfiff im Ruhrstadion überdeutlich geworden. Anders als die Profis, die sich den aufgebrachten Anhängern stellten, ignorierte Fach deren Wunsch nach einem Gespräch - und goss damit weiter Öl ins Feuer. In einer eilends einberufenen Krisensitzung reifte die Entscheidung, einen Neuanfang zu wagen. Dabei sei man laut Königs darin überein gekommen, "dass eine Beendigung der Zusammenarbeit für den Verein die richtige Entscheidung ist".

Von der durch den Stadionneubau und dem Zukauf viel versprechender Spieler ausgelösten Euphorie ist wenig geblieben. Allerdings hatte sich Sportdirektor Christian Hochstätter, der bei der Trennung von Ewald Lienen und der folgenden umstrittenen Inthronisierung von Fach im September 2003 eine führende Rolle gespielt hatte, noch am Dienstag hinter seinen Freund und ehemaligen Mitstreiter im Borussen-Team gestellt. "In unserer Lage sollten wir nicht blauäugig sein. Aber ich lasse mir jetzt keine Trainerdiskussion aufdrängen."

Bereits im geschichtsträchtigen Duell mit dem FC Bayern München soll sich die Maßnahme bezahlt machen. Anstelle von Fach wird Amateur-Trainer Horst Köppel als Interimscoach auf der Bank Platz nehmen. Darüber hinaus soll auch die Rückkehr von Oliver Neuville für frischen Wind sorgen. Der Schütze der vergangenen sechs Mönchengladbacher Tore steht nach abgelaufener Sperre wieder zur Verfügung. Ohne den nach dem Spiel gegen Kaiserslautern als "Handballer" entlarvten und gesperrten Angreifer fehlte es der Offensive an Durchschlagskraft. "Seine Anwesenheit könnte bei allen für mehr Selbstvertrauen sorgen", sagte Mittelfeldspieler Thomas Broich.

Welch befreiende Wirkung ein Erfolgserlebnis haben kann, bekamen die Mönchengladbacher schon in Bochum spüren - beim letzten Blick hinüber in die Bochumer Hälfte. Dank der Tore von Christoph Preuß (54.), Dariusz Wosz (85.) und Peter Madsen (90.) überwand der Revierclub in seinem 1 000. Bundesliga-Spiel das Uefa-Cup-Trauma gegen Lüttich und feierte den ersten Erfolg nach zuletzt neun sieglosen Pflichtspielen. Überglücklich kam Neururer der Aufforderung der Fans nach: Seine Saison-Tanzpremiere erinnerte an bessere Zeiten und machte bei allen Beteiligten Lust auf mehr. "Zwar sind wir noch nicht aus dem Tabellenkeller, können nun aber unsere ursprünglichen Ziele wieder ins Augen fassen", meinte der Coach selbstbewusst.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%