Niederlage nach spannendem Viertelfinale
Deutsche Florettfechter nur auf Rang sechs

Die deutschen Florettfechter sind im Mannschaftswettbewerb bei den Olympischen Spielen bereits im Viertelfinale ausgeschieden. Am Ende reichte es nur zu Platz sechs.

HB ATHEN. Die deutschen Fechtherren haben bei den Olympischen Spielen in Athen im Mannschaftswettbewerb den Halbfinaleinzug verpasst. Weltmeister Peter Joppich (Koblenz), Ralf Bißdorf (Heidenheim) und Andre Weßels (Tauberbischofsheim) unterlagen in einem spannenden Viertelfinale Außenseiter USA mit 43:45. Am Ende beendete das deutsche Quartett den Wettbewerb auf Rang sechs. Nach dem 45:40-Sieg in der Platzierungsrunde gegen Südkorea gab es im Gefecht um Rang fünf eine 38:45-Niederlage gegen Frankreich.

«Das ist der bitterste Tag in meinem Trainer-Leben», gestand Bundestrainer Jochen Behr seine Enttäuschung offen ein: «Die USA muss man schlagen. Ich wundere mich, dass wir es nicht geschafft haben, das Ding rumzureißen. Normal ist das unsere Stärke.» Um Gold kämpfte am Abend im Finale Weltmeister Italien gegen den Olympiazweiten China, der die USA im Halbfinale souverän mit 45: 35 bezwang. Italien setzte sich noch überlegener mit 45:27 gegen Russland durch.

Gegen die Amerikaner hatte nur Weltmeister Joppich Normalform gebracht. Nach einem 26:35-Rückstand riss der 21-jährige Koblenzer im vorletzten Gefecht gegen den Amerikaner Jedediah Dupree das schon verloren geglaubte Match noch einmal herum und brachte die deutschen Herren mit 40:39 in Führung.

Dann aber schenkte Weßels, Vize-Weltmeister von 2002, mit einer indiskutablen Leistung den Vorsprung wieder her. 3:6 verlor er das letzte Gefecht gegen Dan Kellner. «Ich habe überhaupt nicht reingefunden ins Gefecht. Ich gehe mit Vorsprung rein und verliere, das darf nicht passieren», sagte Weßels und wirkte dabei ziemlich ratlos: «Wir haben uns einfach unterbuttern lassen. Ich bin in meine alte Lethargie verfallen. Arme und Beine haben nicht mehr so reagiert, wie sie sollen. Wir waren wahnsinnig motiviert, aber ich habe schlecht gefochten.»

Nach Bißdorfs Einzel-Silber in Sydney gingen die Florett-Herren wie schon 1996 in Atlanta leer aus. Im Einzel war Weltmeister Joppich als Bester im Viertelfinale gegen den späteren Olympiasieger Brice Guyart aus Frankreich ausgeschieden. «Ich weiß auch nicht, was da heute passiert ist. Das Ziel war eine Medaille, jetzt fühle ich nur noch eine große Leere und Riesenenttäuschung», sagte Bißdorf, der wie Weßels nie zur Normalform fand. «Nach dem Ausgleich durch Peter habe ich gehofft, dass wir dem Fechter-Tod nochmal von der Schippe springen. Aber leider ist uns das nicht mehr gelungen.»

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