Niederlande als Vorbild
Bärbel Höhn will Internet-Pranger für "schwarze Schafe"

NRW-Verbraucherschutzministerin Bärbel Höhn (Grüne) hat "schwarzen Schafen" bei der Euro-Umstellung mit einem elektronischen Pranger im Internet gedroht.

dpa DÜSSELDORF. Sie überlege, im Internet eine Liste mit Unternehmen zu veröffentlichen, die DM-Beträge falsch in Euro umrechnen oder den Währungswechsel zu nicht nachvollziehbaren Preiserhöhungen nutzten, sagte Höhn am Montag in Düsseldorf bei einer Fachrunde der Landeszentralbank. In den Niederlanden werde dies bei der derzeitigen doppelten Preisauszeichnung bereits praktiziert.

Die Euro-Umstellung. Ein Special von Handelsblatt.com

Man werde die Preispolitik der Unternehmen beobachten und Gründe für höhere Preise erfragen, kündigte Höhn an. Ihr Kabinettskollege, NRW-Wirtschaftsminister Ernst Schwanhold (SPD), warnte dagegen, jede Preiserhöhung pauschal auf die Euro-Umstellung zu schieben. Oft würden lange hinausgezögerte Preiszuschläge realisiert. Auch das neue Rabattgesetz könne zu höheren Grundpreisen führen, sagte Schwanhold.

Um unter die psychologisch wichtigen Schwellenpreise zu kommen, müssten die Unternehmen allerdings wegen des Umrechnungskurses ihre Preise sogar leicht senken. Auch Vertreter von Einzelhandel und Handwerk betonten, es gebe keine Gefahr eines inflationären Preissprungs. Solche Gewinnmitnahmen lasse der Markt nicht zu, zumal die Preise künftig europaweit besser vergleichbar seien. Es sei aber möglich, dass die Händler zur Zahlung von Kleinstbeträgen in den ersten Tagen der Umstellung keine großen Euro-Geldscheine akzeptieren, um das Falschgeld-Risiko zu verringern.

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