Niederlande: Auch Nachrichtenagentur betroffen
Bombendrohung: Ikea-Filialen abgeriegelt

. In zwei Filialen des schwedischen Möbelkaufhauses Ikea in den Niederlanden hat die Polizei am Mittwoch Bomben gefunden. Bei der Entschärfung der beiden Sprengkörper kam es zu einer Explosion, die zwei Polizisten verletzte. Anlass der Bombensuche war ein Drohbrief, in dem auf versteckte Sprengkörper in den Filialen Amsterdam und Sliedrecht bei Rotterdam hingewiesen worden war.

HB/dpa DEN HAAG. Als die Polizei dort tatsächlich zwei Bomben fand, ordnete sie die Schließung aller zehn niederländischen Ikea-Kaufhäuser mit insgesamt 4 500 Beschäftigten an.

In anderen Filialen wurden am Mittwoch zwei "verdächtige Päckchen" entdeckt. Eines davon wurde in Utrecht durch eine gezielte Sprengung zerstört. Es enthielt aber keinen Sprengstoff. Später wurde in Duiven bei Arnheim ein weiteres Päckchen sichergestellt. In dieser Niederlassung hatten deutsche Polizisten mit Spürhunden die niederländischen Explosionsexperten unterstützt. In anderen Ikea-Läden konnte die Polizei wegen Personalknappheit erst am Nachmittag mit der Suche beginnen.

Wer für die Bombendrohungen verantwortlich ist und welche Motive dem Alarm zu Grunde lagen, blieb unklar. In dem am Dienstag in Amsterdam eingegangenen Brief seien keine Angaben gemacht worden, sagte die Polizei. Es gebe aber keinerlei Hinweis auf einen terroristischen Hintergrund, betonte Ministerpräsident Jan Peter Balkenende. Nach Ansicht von Justizminister Piet Hein Donner kann es auch rein kriminelle Gründe für den Alarm geben.

Eine Ikea-Sprecherin wies Gerüchte zurück, dass die Drohungen von Aktivisten gegen Kinderarbeit stammen könnten. Entsprechende Vorwürfe einer linken Partei in den Niederlanden seien 1999 ausgeräumt worden. Auf seiner Internetseite wies Ikea Deutschland ebenfalls darauf hin, dass es nach der Bombendrohung im Nachbarland keine Anzeichen auf eine Beteiligung von Terrorgruppen gebe.

Die deutschen Ikea-Niederlassungen öffneten am Mittwoch wie gewohnt. "Es handelt sich um eine lokale Sache in den Niederlanden, in Deutschland gab es keine Bombendrohungen", sagte Firmen-Sprecherin Stefanie Neumann in der Deutschland-Zentrale in Hofheim.

Während der Durchsuchung der niederländischen Ikea-Läden zwischen Groningen und Heerlen waren Straßen und Schifffahrtswege in der Nähe gesperrt. Dies führte in Utrecht zu einem schweren Verkehrschaos. Dort war die viel befahrene Autobahn zwischen Deutschland und dem Westen der Niederlande Stunden lang blockiert.

Nach einem weiteren Bombenalarm wurde auch die Zentrale der niederländischen Nachrichtenagentur ANP in Rijswijk bei Den Haag von der Polizei geräumt. Die etwa 100 Beschäftigten mussten mehrere Stunden lang außerhalb des Gebäudes in einem Industriegebiet warten. Polizisten mit Spürhunden fanden keinen Sprengkörper.

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