Niedersachsens Landes-Grüne bemüht, Zerreißprobe zu vermeiden
Grüne suchen weiter nach Kompromiss im Castor-Streit

Die designierte Grünen-Vorsitzende Claudia Roth erteilte Forderungen nach Neuverhandlungen über Teile des Atomkonsenses eine klare Absage.

ddp BERLIN. Die Grünen suchen im Streit um ihre Haltung zu den bevorstehenden Atommüll-Transporten aus Frankreich nach Gorleben weiter nach Kompromiss-Möglichkeiten. Die designierte Grünen-Vorsitzende Claudia Roth erteilte Forderungen nach Neuverhandlungen über Teile des Atomkonsenses eine klare Absage. Solche Forderungen halte sie "für absolut nicht mehrheitsfähig", sagte Roth am Montag vor einer Parteirats-Sitzung in Berlin.

Roth lehnte zugleich Blockaden des Castor-Transportes aus Frankreich durch die Grünen entschieden ab. Diese Transporte seien schließlich Teil des Atomkonsenses, zu dem die Partei stehe. Die Grünen könnten aber "kräftig" für den Atomausstieg und gegen ein Endlager Gorleben demonstrieren.

Die Castor-Gegnerin und Grünen-Fraktionschefin in Niedersachsen, Rebecca Harms, sagte, sie wolle sich darum bemühen, dass es wegen des Transports bei den Grünen nicht zu einer "Zerreißprobe oder zu einem unlösbaren Konflikt" komme. Formelkompromisse könne es aber angesichts der ungelösten Endlager-Frage nicht geben. Allerdings würde sie dem Landesverband "niemals raten, zu Blockaden aufzurufen".

Die Chefin der Grünen-Fraktion im Bundestag, Kerstin Müller, nannte Demonstrationen gegen ein Endlager in Gorleben "im Umfeld" des Castor-Transportes legitim. Der Transport solle aber nicht blockiert werden, weil man rechtlich und moralisch zur Rücknahme des Atommülls verpflichtet sei.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%