Niedrigere Kostenbasis gefordert
Easyjet nimmt Deutsche BA nicht um jeden Preis

Die britische Billigfluglinie Easyjet will ihre Kaufoption auf die defizitäre Deutsche BA erst ausüben, wenn sicher ist, dass das Unternehmen seine Kosten in Griff bekommt.

Reuters WIESBADEN. "Erst muss die Kostenbasis stimmen. Wir werden die Option nicht ausüben, wenn wir darüber nicht absolute Sicherheit haben", sagte Easyjet-Chef Ray Webster am Donnerstag auf einem Tourismus-Kongress in Wiesbaden. Wichtig sei auch, dass sich die Unternehmenskultur entsprechend ändere. Üblicherweise gehe die Branche davon aus, dass die Kosten bei einem Billiganbieter um die Hälfte unter denen der großen nationalen Fluggesellschaften lägen. Wenn die Deutsche BA die Kosten nicht in den Griff bekomme, werde Easyjet früher oder später direkt in den deutschen Markt einsteigen. Die Kaufoption von Easyjet für die Deutsche BA läuft Mitte 2003 aus.

Die Zusammenarbeit mit der Deutschen BA laufe derzeit gut, sagte Webster. Die Fluggesellschaft sei in Deutschland sehr gut positioniert. Zugleich sei Deutschland trotz der zunehmenden Billig-Konkurrenz ein viel versprechender Markt. Wegen der recht gleichmäßig über das ganze Land verteilten Bevölkerung reiche es allerdings nicht aus, hier mit nur wenigen Standpunkten einzusteigen. Dies spreche für die Übernahme der Deutschen BA. Wenn Easyjet die Option ausübe, solle die Deutsche BA als deutsche Fluggesellschaft erhalten bleiben, ähnlich wie dies bei der Integration der Schweizer Fluglinie TEA geschehen sei.

Webster sagte außerdem, es sei noch nicht entschieden, ob der nächste Flugzeug-Großauftrag an den traditionellen amerikanischen Billigflug-Lieferanten Boeing oder an Airbus gehen werde. Das Airbus-Angebot des europäischen Flugzeugbauers EADS sei billiger, aber mit mehr Risiken verbunden, erklärte der Easyjet-Chef. Allerdings hätte er keine Probleme, wenn Easyjet der erste Billiganbieter würde, der zwei Flugzeugtypen verwende. Die Fluggesellschaft will ihre Flotte in nächster Zeit von derzeit 65 Flugzeugen um mindestens 120 weitere Maschinen aufstocken.

Wie die meisten anderen Billiganbieter fliegt Easyjet bislang ausschließlich mit der Boeing 737. Die deutsche Germanwings, eine Tochter der Regionalfluggesellschaft Eurowings, hatte als eine von wenigen Fluglinien kürzlich angekündigt, sie werde den Betrieb mit Airbus-Flugzeugen ähnlicher Größe wie die Boeing 737 aufnehmen. Billigfluggesellschaften arbeiten gewöhnlich nur mit einem Flugzeugtyp, um die Wartungskosten niedrig zu halten. An Eurowings ist die Lufthansa beteiligt.

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