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Niedriges Verbrauchervertrauen belastet US-Märkte

Die Hoffnung ist zunächst dahin. Das erwartete Zeichen für die baldige Erholung der US-Wirtschaft blieb bisher aus. Das Verbrauchervertrauen ist im August auf 114,3 Punkte gefallen und hat damit den niedrigsten Stand seit vier Monaten erreicht.

Die Mehrheit der Beobachter hatte dagegen mit einem Anstieg des Verbrauchervertrauens auf 117,5 Punkte gerechnet. Doch vor Anfang nächsten Jahres sei mit der Genesung der US-Wirtschaft nicht zu rechnen, hatten die Experten von Prudential Securities den Wirtschaftsdaten vorgegriffen. Nun befürchten die ersten Experten, dass die für morgen angekündigten Daten zum Bruttoinlandsprodukt ebenfalls schwächer ausfallen könnte als erwartet.

Einen kleinen Lichtblick gibt es jedoch: der Index, der die Stimmung zum Konjunkturverlauf des nächsten halben Jahres misst, ist im Juli von 92,9 auf 93,3 Punkte gestiegen. Während die Stimmung zum derzeitigen Wirtschaftsumfeld nachlässt, befinden sich die Zukunftserwartungen im Aufwind. New Yorks wichtigsten Aktienindizes hilft das am Dienstag jedoch wenig.

Die Barometer bauen ihre Verluste am Vormittag aus. Der Index der 30-US-Standardwerte verliert 1,2 Prozent. Der Nasdaq Index rutscht 1,7 Prozent in die Verlustzone. Die Besorgnis der Anleger ist verständlich. Nicht zuletzt schützten die bisher relativ stabilen Konsumentenausgaben die US-Wirtschaft in den vergangenen Monaten vor einer steileren Talfahrt.

Die schlechte Marktstimmung macht fast jeder Branche zu schaffen. Zu den größten Verlierern gehören vor allem Computer- und Softwareaktien. Neben IBM und Dell verlieren auch Microsoft und Peoplesoft an Wert. Serverspezialist Sun Microsystems leidet im Vorfeld der anstehenden Analystenkonferenz unter schlechten Kommentaren mehrerer Brokerhäuser. Goldman Sachs reduziert die Umsatzerwartungen für das laufende Quartal um 100 Millionen Dollar auf 3,7 Milliarden Dollar und halbiert die Gewinnprognosen auf einen Cent pro Aktie. Für das Geschäftsjahr 2002 korrigieren die Experten die Gewinnerwartungen von ursprünglich 37 Cents pro Aktie auf 28 Cents pro Aktie. Damit liegen sie sechs Cents unter den Konsensschätzungen der Wall Street. Auch die Experten von Lehman Brothers zeigen sich skeptisch. Sie stellen eine Erholung der Nachfrage in der zweiten Jahreshälfte in Frage.

Medienaktien wie AOL Time Warner und Walt Disney notieren ebenfalls schwächer. Defensive Titel wie Procter & Gamble, Johnson & Johnson und Philip Morris geraten genauso in den Abwärtssog. Unter Einbußen haben auch Einzelhandels- und Pharmaaktien zu leiden. Als einziger Dow Jones Wert notiert zur Stunde die Aktie von AT&T in der Gewinnzone.

Selbst der Sektor der Chiphersteller kann sich heuten nicht gegen die allgemein schlechte Marktstimmung behaupten. Noch am Morgen hatte das Segment zu den größten Gewinnern gehört. Mit der Aussicht auf eine baldige Erholung der US-Konjunktur hatte Texas Instruments am Morgen für positive Impulse gesorgt. Vor allem im Bereich der Mobiltechnologie zeichne sich ein Anziehen der Nachfrage ab, so Richard Templeton, der bei Texas Instruments für das operative Geschäft zuständig ist. Zudem sei es vor allem dem Mobiltelefonsektor in den vergangenen Quartalen gelungen, die Lagerbestände größtenteils abzubauen.

Im vergangenen Monat deutete Nokia bereits eine Stabilisierung in der Mobilfunkbranche an. Texas Instruments deckt fast zwei Drittel der weltweiten Chipproduktion für Mobiltelefone ab. Der Kursgewinn der Texas-Aktie sinkt bis zur Mittagsstunde auf ein Prozent. Die Titel der Handyhersteller Ericsson und Nokia zeigen ins Minus. Einzig das Papier von Motorola behauptet sich im Plus.

Die Aktie von RF Micro Devices ist zur Mittagsstunde der größte Nasdaq-Gewinner. Biomet, Xilinx und CMGI helfen dem Barometer, die Verluste zu begrenzen.

Auch die Aktie von Chiptechnologie-Entwickler Rambus setzt sich gegen den allgemein negativen Markttrend durch und gewinnt über sieben Prozent an Wert. Der Grund: in Intels neuen 1,9- und 2-Gigahertz-Prozessoren stecken die Speicherkonzepte von Rambus. Nach einem Kurszuwachs von dreißig Prozent am Montag legt die Aktie im Handel am Dienstag um weitere zwölf Prozent zu. Chips mit Rambus-Technologie können Daten mehr als doppelt so schnell verarbeiten wie bisher marktübliche Chips, erklärte ein Unternehmenssprecher bei einer Produkt-Vorstellung. Intel notiert dagegen im Minus.

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