Niedrigstes Wachstum seit 1999
Bruttoinlandsprodukt steigt um 1,6 Prozent

Das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) ist im ersten Quartal 2001 im Vergleich zum ersten Quartal 2000 real um 1,6% gestiegen.

dpa WIESBADEN. Das Wirtschaftswachstum in Deutschland hat zum Jahresbeginn an Schwung verloren. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) legte im ersten Quartal 2001 zum gleichen Vorjahreszeitraum real nur um 1,6 % zu. Dies war auf Jahresbasis der schwächste Anstieg seit dem dritten Quartal 1999 (1,6 %), wie das Statistische Bundesamt am Mittwoch in Wiesbaden mitteilte. Zum Zeitraum Oktober bis Dezember nahm die gesamtwirtschaftliche Leistung 0,4 % zu.

In den letzten drei Monaten 2000 hatte der BIP-Zuwachs auf Jahresbasis noch 1,9 % betragen, im dritten Quartal 2,8 %. Damit hat das Wirtschaftswachstum angesichts der weltweiten Konjunkturflaute auch hier zu Lande - wie von Experten prognostiziert - zum Jahresbeginn an Dynamik verloren. Das Statistische Bundesamt wies aber darauf hin, dass es im ersten Quartal 2001 einen Arbeitstag weniger gab als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Ohne diesen Kalendereffekt hätte die BIP-Zuwachsrate real 2,0 % betragen.

Die entscheidenden Impulse für das Wachstum kamen erneut von der Exportwirtschaft. Der reale Außenbeitrag, der sich aus dem Saldo der Ausfuhren und Einfuhren ergibt, sei die eigentliche "Stütze" des Wirtschaftswachstums gewesen, urteilten die Statistiker. Er trug mit 0,7 %punkten zum BIP-Zuwachs bei. Die Ausfuhren von Waren und Dienstleistungen erhöhten sich im Jahresvergleich um 8,6 %. Vor Jahresfrist hatte der Zuwachs allerdings noch 12,9 % betragen.

Kräftige Bremsspuren verursachte dagegen die anhaltende Krise in der deutschen Bauwirtschaft. So gingen die Bauinvestitionen binnen Jahresfrist nochmal um 10,6 % zurück. Schon in den drei Quartalen zuvor hatte es in dieser Branche deutliche Einbußen gegeben. Bei den Ausrüstungsinvestitionen gab es zwar ein Plus von 5,6 %. Unter dem Strich stand bei den Anlageinvestitionen der Wirtschaft aber ein Minus von 3,2 % zu Buche.

Schlechter als von vielen Ökonomen erwartet entwickelte sich auch der Konsum der privaten Haushalte zu Jahresbeginn. Dieser legte trotz der Erleichterungen durch die Steuerreform der Bundesregierung nur um 1,1 % zu. Als Grund nennen Volkswirte vor allem die drastisch gestiegenen Kraftstoffpreise. Zudem führte die Explosion der Ölpreise im vergangenen Jahr nun zu kräftigen Nachzahlungen für Heizung und Warmwasser. Bei den Konsumausgaben der öffentlichen Hände fiel das Plus zu Jahresbeginn mit nur 0,3 % sogar noch geringer aus.

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