"Niemand traut sich derzeit zu kaufen"
Nemax50 markiert neues Allzeittief

Nach anfänglichen Gewinnen ist der Neue Markt am Mittwoch massiv eingebrochen und auf neue historische Tiefststände gefallen.

Reuters FRANKFURT. Nach anfänglichen Gewinnen ist der Neue Markt am Mittwoch nach Händlerangaben aufgrund der starken Unsicherheit am Markt und der wahrscheinlich schwächer eröffnenden US-Technologiebörse Nasdaq massiv eingebrochen und auf neue historische Tiefststände gefallen. Nachdem die beiden Indizes des Wachstumssegmentes am Morgen rund zwei Prozent fester in den Handel gestartet waren, rutschten sie gegen Mittag in die Verlustzone. "Niemand traut sich derzeit zu kaufen", sagte ein Händler des Bankhauses Trinkhaus & Burkhardt. Darunter litten selbst die Titel, die gute Zahlen und Zukunftsaussichten vorlegten, hieß es. Besonders der Nasdaq-Future drücke auf die Stimmung. Am frühen Nachmittag stand der Indikator für die Eröffnungstendenz der Nasdaq mit 65 Punkten oder drei Prozent deutlich im Minus. Kein Unternehmen unter den deutschen Blue Chips lag Nachmittag in der Gewinnzone.

Der alle Werte umfassende Nemax-All-Share-Index gab bis zum frühen Nachmittag 7,36 % auf 1744 Punkte nach und fiel damit auf den niedrigsten Stand seit über zwei Jahren. Der Auswahlindex Nemax50 rutschte sogar 8,9 % auf 1622 Zähler und markierte ein neues Allzeittief seit seiner Einführung im Juli 1999. Bereits am Vortag hatten beide Indizes rund zwei Prozent verloren. Technische Analysten sagten, dass beim Nemax50 weder starke Unterstützungslinien noch eine Bodenbildung in Sicht sei. Die Nasdaq schloss am Dienstag mit einem Plus von 4,75 % auf 2014 und übersprang damit wieder die psychologisch wichtige Marke von 2000 Punkten.

Im Mittelpunkt standen die Papiere der AmaTech Holding, die nach den dramatischen Verlusten des Vortages abermals über 32 % auf 2,92 Euro einbüßten. Am Dienstag hatten die Titel zwei Drittel ihres Wertes verloren. Händler führten den erneuten Abschlag weiter auf die "katastrophalen" Geschäftszahlen zurück, die das Unternehmen am Vortag vorgelegt hatte. Indessen kündigte das Bundesaufsichtsamt für den Wertpapierhandel (BaWe) am Mittwoch an, den Handelsverlauf der AmaTech-Aktie auf Unregelmäßigkeiten zu untersuchen. Vor der Pflichtmitteilung und der darauf folgenden Aussetzung vom Handel hatten die Titel am Dienstag bereits um 40 % nachgegeben. "Es besteht der Verdacht, dass hier was faul ist", sagte ein Händler. "Das belaste den Kurs zusätzlich".

Ihren Absatztrend des Vortages setzte auch Thiel Logistik fort, die bis zum Mittag knapp 14 % auf 97,61 Euro verloren. Schon am Dienstag verbilligten sich die Aktien der Logistikfirma um 5,5 %, obwohl Thiel nach Händleransicht gute Geschäftszahlen und einen vielversprechenden Ausblick auf die kommenden Jahre vermeldete hatte. An der Entwicklung der Thiel-Aktien werde die Verunsicherung und Mutlosigkeit des Marktes besonders deutlich, sagte ein Händler.

Besser erging es der Elsa AG , die nach Vorlage von Geschäftszahlen zeitweise über elf Prozent auf 9,15 Euro zulegen konnten. Am Morgen hatte das Unternehmen mitgeteilt, seinen Umsatz im Geschäftsjahr 2000 um 58 % auf 361 Mill. Euro gesteigert und das geplante positive Ergebnis erreicht zu haben. Der Jahresüberschuss belaufe sich den Angaben zufolge auf 1,2 Mill. Euro nach einem Vorjahresverlust von 4,4 Mill. Euro.



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