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Niemand weiß, wie das Wirtschafts-Wetter wird

Daimler-Chrysler gibt wieder Gas. Das ist die gute Nachricht vom Tag und erfreut die Börse.

Ist der Aufschwung beim deutsch-amerikanischen Auto-Giganten auch typisch für die Wirtschaftslage insgesamt? Leider nein. Wenn Sie sich heute die aktuellen Konjunktur- und Branchenprognosen anschauen, sind Sie anschließend genauso schlau wie zuvor. Denn die Nachrichten lesen sich wieder einmal widersprüchlich, zumindest differenziert.

Das gilt schon für die Automobilbranche, denn im Gegensatz zum Stuttgarter Konzern dürften die VW-Erträge - so heute nachzulesen - auch im laufenden Jahr sinken. Um im Verkehrssektor zu bleiben: Lufthansa schlägt Alarm und verschärft den Sparkurs. Gründe: steigende Ölpreise, Steuerpläne der Regierung, schwaches Fluggeschäft und drohender Irak-Krieg. Besonders nachdenklich müssen aber die jüngsten Berichte von den Finanzdienstleistern stimmen: Tiefrote Zahlen bei der Hypo-Vereinsbank, Schröder schaltet sich in die Bankenkrise ein.

Diffus bleibt das Konjunkturbild. Einige Wirtschafts-forscher sprechen von Rezession, angeblich wird ein "Double-Dip", ein zweiter Konjunkturrückschlag in kurzer Zeit, immer wahrscheinlicher. Andererseits ist BDI-Präsident Rogowski überzeugt, dass sich die Wirtschaft im zweiten Halbjahr wieder erholen wird. Und in einer Handelsblatt-Umfrage heißt es, dass die Top-Manager wieder Mut fassen.

Nichts ist also klar. Die Wettervorhersagen sind zur Zeit zuverlässiger als die Konjunkturprognosen. Aber das ist keine Überraschung. Denn nicht erst seit der Belastung durch die Kriegsgefahr wissen wir, dass eine Wachstumsbelebung - wenn überhaupt - nicht rasch und auch nicht einheitlich erfolgen kann. Schließlich steht ja selbst die Wachstumslokomotive USA nicht mehr unter Dampf.

Üben wir uns in Geduld - nicht nur bis morgen!

Hier erreichen Sie den Autoren per Email: h.kutzer@vhb.de

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