Niersbach: Keine Zweifel
Kaiserslautern soll WM-Standort bleiben

Trotz des gefährdeten Ausbaus des Fritz- Walter-Stadions hält das Organisationskomitee (OK) der Fußball-WM 2006 an dem Spielort Kaiserslautern fest.

HB/dpa KAISERLAUTERN. "Die Situation ist schwer, aber lösbar. Wir haben keinen Zweifel am Standort Kaiserslautern und sind überzeugt, dass der Bau wie geplant fertig wird", sagte OK- Vizepräsident Wolfgang Niersbach der dpa. Derzeit gebe es für die WM- Macher keinen Grund, über Alternativen nachzudenken. "Wir sehen das sehr gelassen und haben volles Vertrauen in die Verantwortlichen", so Niersbach.

Der Ausbau des Fritz-Walter-Stadions mit einem Gesamtvolumen von 47,5 Mill. Euro ist in Frage gestellt, da der 1. FC Kaiserslautern die anfallenden Kosten an den ebenfalls zahlungsunfähigen Baukonzern Philipp Holzmann nicht tragen kann. "Wir sind momentan nicht in der Lage, Holzmann zu finanzieren", erklärte Notvorstand René C. Jäggi. Der zusammengebrochene Frankfurter Bauriese benötigt jedoch selbst jeden Cent.

Der Bundesligist beteiligt sich mit etwa 19 Mill. Euro an dem Bauprojekt. Das Land Rheinland-Pfalz gibt 21,7 Millionen, die Stadt 7,7 Mill. Euro. Jäggi hatte das WM-OK bereits in der Vorwoche über die Zahlungsschwierigkeiten des Traditionsvereins informiert, bevor er am Dienstag an die Öffentlichkeit gegangen war. Der Verein erwartet bis zum Saisonende einen Verlust von 9,4 Mill. Euro, die Verbindlichkeiten betragen 17,8 Mill. Euro.

Ohne Bank-Kredite und Garantien vom Land könnten die Kräne hinter der Ost-Tribüne bald still stehen. Jäggi hatte die bereits fixierten Kreditverträge mit einem Banken-Konsortium nicht unterschrieben, weil damit der Verein in den nächsten zwei Jahren abgewürgt worden wäre. Er verhandelt derzeit über längere Tilgungsfristen und niedrige Zinssätze und appellierte an alle Beteiligten: "Es darf nicht zu einem Baustopp kommen." Denn Jäggi weiß auch: "Wenn der Kreditvertrag nicht unterschrieben wird, ist es aus."

So weit wollen die WM-Organisatoren (noch) nicht denken. Sollte es aber zum "worst case" kommen, müsse man kurzfristig neu planen. "Wir haben es abgelehnt, einen Ersatzkandidaten zu nominieren, um kein Misstrauen gegen die 12 WM-Städte aufkommen zu lassen", sagte Niersbach. Da die drei bei der Wahl im April gescheiterten Bewerber (Bremen, Düsseldorf, Mönchengladbach) ihre Pläne nicht ad acta gelegt haben und die Bauarbeiten wie vorgesehen vorantreiben, wäre ein Ersatz sicher schnell gefunden. Denkbar wäre auch, nur in 11 Stadien zu spielen.

Kaiserslautern ist zwar das größte, aber nicht das einzige Sorgenkind. "Es gibt hier und da ein paar Problemchen. Die lösen wir intern", sagte Niersbach. So ist in einer nicht genannten WM-Stadt die Verkehrssituation völlig ungeklärt, in Frankfurt fehlt noch immer ein Betreiber für das Waldstadion.

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