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Niki Lauda wirft im Streit mit Austrian Airlines das Handtuch

afp WIEN. Nach monatelangem Streit um die Führung bei der von ihm gegründeten Fluggesellschaft hat Niki Lauda das Handtuch geworfen. Er werde von seinem Posten als Lauda-Air-Vorstand zurücktreten, erklärte der mehrmalige Formel-Eins-Weltmeister am Dienstag in Wien. Anlass sei die Kritik der Wirtschaftsprüfungsgesellschaft KPMG an Fremdwährungsgeschäften der österreichischen Fluglinie, die über eine italienische Tochter von Lauda Air abgewickelt sein sollen. In deren Folge war es zu einer offenen Auseinandersetzung mit Lauda-Air-Großaktionär Austrian Airlines (AUA) über die Kontrolle des Unternehmens gekommen.

Lauda betonte, er lasse offen, ob die gegen ihn vorgebrachten Vorwürfe gerechtfertigt oder nicht seien. Er habe aber immer erklärt, er werde zurücktreten, "wenn auch nur der Anschein eines Grundes zu einer Kritik an meiner Person besteht", zitierte die österreichische Nachrichtenagentur APA eine Erklärung des Ex-Rennfahrers. Lauda hatte die Fluggesellschaft 1979 als kleine Regionallinie gegründet und über die Jahre zu einem respektablen Konkurrenten von Austrian Airlines aufgebaut. Der österreichische Branchenführer kaufte sich in das Unternehmen ein und hält mittlerweile knapp 36 % an Lauda Air.

Lauda sah sich zunehmender Kritik ausgesetzt, als er versuchte, seine angeschlagene Fluggesellschaft mit einer von im als "Notwehrmaßnahme" bezeichneten Operation zu retten. Im Alleingang beschloss er, fünf Flugzeuge aus seiner Flotte zu verkaufen und gleich wieder zurückzumieten. Damit flossen rund 1 Mrd. Schilling (142 Mill. DM) in die Kasse von Lauda Air. Die Bilanz kann Lauda zufolge damit zum Stichtag 31. Oktober ausgeglichen vorgelegt werden.

Der AUA-Vorstand hatte Laudas Vorgehen als "panikartige Einmalaktion" kritisiert, die pro Jahr mit Mehrkosten von bis zu 100 Mill. Schilling zu Buche schlagen werde. Ärgerlich für den Partner ist das auch, weil AUA über eine Option verfügt, seinen 35,9-Prozent-Anteil an Lauda Air im kommenden Juni 2001 um weitere 23 % aufzustocken. Einen Teil des notwendigen Anteils könnte Austrian Airlines von der Deutschen Lufthansa bekommen, die 20 % an Lauda Air hält. Derzeit verhandelt die Lufthansa darüber mit dem österreichischen Branchenführer. Lauda selbst wertete dies als Versuch einer "feindlichen Übernahme".

Der Konflikt zwischen Lauda und dem AUA-Vorstand hatte sich am vergangenen Freitag zugespitzt. Austrian Airlines verlangte eine außerordentliche Hauptversammlung im Dezember, um Lauda seines Postens zu entheben. Der Lauda-Air-Chef hatte im Gegenzug gedroht, auf einer Aktionärsversammlung die AUA-Vertreter im Aufsichtsrat abwählen zu lassen.

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