Nikolaus von Bomhard wird Nachfolger
Münchener Rück-Chef Schinzler tritt ab

Der langjährige Vorstandschef der Münchener Rück AG, Hans-Jürgen Schinzler, gibt zum zum Jahresende sein Amt auf. Neuer Chef des weltgrößten Rückversicherers soll der 46-jährige Nikolaus von Bomhard werden.

Reuters MÜNCHEN. Der Konzern gab Schinzlers Ausscheiden am Montag überraschend bekannt. Sein designierter Nachfolger von Bomhard gehört dem Konzernvorstand seit dem Jahr 2000 an und verantwortet zurzeit die Regionalbereiche Nord-, West- und Südeuropa sowie Lateinamerika.

Der 62-jährige Schinzler verlasse den Vorstand auf eigenen Wunsch und "entsprechend der längerfristigen Planung". Eine Firmensprecherin sagte: "Es ist seine persönliche Entscheidung, die im übrigen schon länger vorbereitet ist. Wir haben eine vergleichsweise lange Übergangszeit und wahren mit Herrn von Bomhard Kontinuität."

Schinzler wechselt nach der Aufgabe des Vorstandsvorsitz, den er fast elf Jahre lang inne hatte, an die Spitze des Aufsichtsrats. Der Wechsel solle zum 1. Januar 2004 vollzogen werden. Damit muss er vom Registergericht auf diese Position bestellt werden. Diesen ungewöhnlichen Weg hatte vor vier Monaten auch HVB-Chef Albrecht Schmidt gewählt, um ohne Übergangszeit in den Aufsichtsrat wechseln zu können. Üblicherweise werden neue Mitglieder des Aufsichtsrates von der Hauptversammlung gewählt.

Mit Schinzlers Ausscheiden vollzieht kurz nach dem Allfinanzkonzern Allianz auch der weltgrößte Rückversicherer einen Generationswechsel an der Konzernspitze. Bei der Allianz wird am (morgigen) Dienstag der langjährige Konzernchef Henning Schulte-Noelle (60) seine Position für den 48-jährigen Michael Diekmann räumen.

Der promovierte Jurist Schinzler gehört seit 1981 dem Vorstand der Münchener Rück an und ist seit 1993 Vorsitzender des Gremiums. In seine Zeit fiel der Umbau des Konzerns zu einem breit aufgestellten Finanzanbieter.Heute betreibt das Unternehmen, dessen Zentrale in München nur wenige Schritte vom Sitz der Allianz entfernt ist, neben der Rückversicherung auch das Erstversicherungsgeschäft und die Vermögensverwaltung und kooperiert als Großaktionär mit der zweitgrößten deutschen Bank HVB.

Als Großanleger hatte die Münchener Rück zuletzt die Börsenschwäche zu spüren bekommen. Sie musste Mrd. auf ihre Wertpapierbestände abschreiben und verfehlte deshalb 2002 die Gewinnprognosen der Analysten. Für das erste Quartal 2003 wird ein Verlust nicht ausgeschlossen. Um seine angegriffene Kapitalbasis zu stärken, hatte der Konzern anfang April zwei Anleihen über drei Mrd. ? und 300 Mill. Pfund begeben.

Analysten sagten, sie rechneten nach dem Führungswechsel nicht mit einem Wandel in der Konzernstrategie. "Die Münchener Rück ist ja nicht für schnelle Änderungen bekannt", hieß es bei einer Bank. Der Konzern werde auch unter dem neuen Chef Kontinuität wahren, sagte ein anderer Analyst. Die im Dax notierte Aktie der Münchener Rück notierte am Nachmittag vier Prozent höher mit 83,56 ?.

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