Nimmt Amerika für den Erfolg auch Doping in Kauf?
USA sehen 100 Medaillen als Minimalziel

100 Medaillen, davon 41 Gold, lautet das Minimalziel der USA für die Olympischen Spielen. Doch nachdem in der Vorbereitung zahlreiche Doping-Sünder entlarvt wurden, stellt sich nun die Frage: Nehmen die Sportler für diesen Erfolg auch Doping in Kauf?

Bei den diesjährigen Olympischen Spielen steht für Nationale Olympische Komitee der USA (USOC) vor allem eine Aufgabe im Vordergrund: Der seit 1992 anhaltende Abwärtstrend in der Medaillenausbeute soll unbedingt gestoppt werden. Zwar konnten sich die Baseball-Spieler nicht qualifizieren, verzichten viele Stars aus der Basketball-Profiliga NBA ebenso wie Radprofi Lance Armstrong auf eine Teilnahme und könnten einige sicher geltende "Bänke" wegen Dopings noch gesperrt werden. Dennoch hält das USOC konsequent an seiner Zielstellung fest, bei den Olympischen Spielen in Athen wieder 100 Medaillen und mehr, davon wenigstens 41 in Gold, gewinnen zu wollen.

Denn seit den Spielen vor zwölf Jahren in Barcelona nimmt die Zahl der Medaillen stetig ab. Waren es damals noch 108, so betrug die Zahl in Atlanta vier Jahre später nur noch 101. In Sydney 2000 fiel die Quote schließlich sogar in den zweistelligen Bereich. Für die "Stars-and-Stripes"-Athleten gab es nur noch 97 Mal Edelmetall, davon 40 Mal Gold, zu bejubeln.

"Auch wenn noch einige unliebsame Dinge passieren könnten, weichen wir von unserem Plan nicht ab, den ersten Platz in der Nationenwertung mit einer dreistelligen Medaillenausbeute zu verteidigen", lässt Chef de Mission Herman Frazier keine Zweifel an der erfolgreichen Umsetzung des unter dem Slogan "Athens Advantage" firmierenden Förderungsprogramms. Mit der Rekordsumme von 174 Millionen Dollar unterstützt USOC im laufenden Olympia-Zyklus die Athleten, unter denen Michael Phelps zum neuen Megastar aufsteigen könnte. Der 19 Jahre alte Schwimmer schickt sich an, den Jahrhundertrekord von Mark Spitz mit sieben Triumphen bei den Spielen 1972 in München zu übertrumpfen. Phelps will seine "Mission Gold" mit sechs Einzel- und drei Staffelstarts verwirklichen.

Durch die immensen Investitionen, die um 21 Millionen Dollar über denen für Sydney liegen, können alle Olympia-Starter bereits einige Wochen vor Beginn der Spiele zur optimale Vorbereitung nach Europa reisen. Das von zahlreichen Absagen der eigentlichen NBA-Stars geprägte "Dream Team IV" wird dadurch unter anderem am 4. August ein Testspiel in Köln gegen die deutsche Auswahl bestreiten. Auch ohne ihre millionenschweren Korbjäger Kevin Garnett, Kobe Bryant oder Vince Carter gilt das Basketball-Team, das auf einem Luxusliner und nicht im Olympischen Dorf logieren wird, als Gold-Favorit. Die Mehrzahl der US-Sportler wird sich den Feinschliff außerhalb Athens oder auf Kreta holen, wo das USOC Trainingscamps herrichten ließ.

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