Nintendo will nachziehen
Kampf um Online-Videospiele tobt

Die Videospiel-Hersteller Sony und Microsoft eröffnen Ende des Monats eine neue Front im Kampf um das Geschäft mit Videospiel-Konsolen: In Europa starten sie Online-Angebote, die Nutzer weltweit gegeneinander im Internet antreten lassen können.

Reuters LONDON. Experten sehen in der Chance, weltweit Videospieler mit einem Abonnement an sich zu binden, in den kommenden Jahren ein äußerst lohnendes Geschäft für die Firmen: Das Marktforschungsunternehmen ScreenDigest erwartet, dass mit Online-Spielen in Europa im Jahr 2006 etwa 1 Mrd. Dollar umgesetzt wird. In den USA hatten die Verkäufe der Start-Pakete für die Online-Spiele alle Erwartungen übertroffen: Sony hatte mehr als 500 000 und Microsoft mehr als 350.000 verkauft, wie die Unternehmen mitteilten.

Am Freitag gab nun Sony Computer Entertainment Europa in London bekannt, dass zum 31. März auch eine Kunden-Versuchsversion für eine Online-Breitband-Plattform für die Playstation 2 in Großbritannien gestartet werden soll. Für Microsoft, die Nummer drei nach Sony und Nintendo im europäischen Spielekonsolen-Geschäft, gibt es diese schon: Bereits im November war für die Microsoft-Xbox ein Internet-Dienst für Europa versuchsweise gestartet worden. Der kommerzielle Start ist für den 14. März vorgesehen.

Die kommerzielle Variante von Sony wird für das späte Frühjahr erwartet. Versuchsversionen für die Länder Deutschland, Frankreich und Spanien sind für Mitte April geplant. Italien, die skandinavischen Länder und die Benelux-Staaten werden im Mai folgen. Ein Netzwerk-Adapter, der die PlayStation 2 Internet-tauglich macht, soll nach Angaben von Sony im Herbst im Handel erhältlich sein.

Auch der japanische Hersteller Nintendo hatte angekündigt, in diesem Monat in Europa versuchsweise Online-Spiele anbieten zu wollen. Allerdings will Nintendo mit höheren Investitionen warten, bis mehr Nutzer einen Breitband-Zugang zum Internet haben. Dieser Hochgeschwindigkeitszugang ist für das reibungslose Online-Spielen notwendig. Anders als Microsoft will Sony zunächst kein Geld für ein Online-Spiele-Abo nehmen. Beide Firmen geben aber an, das die Bedingungen für ein endgültiges Online-Angebot noch nicht feststehen.

Der bei Microsoft für die Xbox zuständige Robbie Bach sieht noch einen weiteren Vorteil der Online-Angebote: Die Testversionen hätten bisher auch andere Zielgruppen erreicht, als die normalerweise spielenden männlichen Teenager, sagte Bach der Nachrichtenagentur Reuters.

Das Adapter-Paket für die Sony-PlayStation soll in Großbritannien 40 Pfund (etwa 58 Euro) kosten. Der Preis für andere Länder wurde noch nicht bekannt gegeben. Das Microsoft-Paket soll in Großbritannien 39 Pfund und in den anderen europäischen Ländern 59 Euro kosten.

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