Nissan-Beteiligung in Sicht
Renault verzeichnet Umsatzrückgang

Der französischen Autobauer Renault will nach rückläufigen Umsätzen in den ersten neun Monaten 2001 den derzeitigen Kostensenkungsplan intensivieren.

ddp.vwd. BOULOGNE-BILLANCOURT. Alle nicht vorrangigen Investitionen würden reduziert oder aufgegeben, teilte das Unternehmen am Donnerstag am Sitz in Boulogne-Billancourt mit. Zugleich rückt angesichts des gegenwärtig schwachen Aktienkurses von Renault eine seit längerem avisierte Gegenbeteiligung von Nissan an dem französischen Partner (37 Prozent Nissan-Anteile) näher

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Die Renault-Erlöse sind den Angaben zufolge in den ersten drei Quartalen 2001 um 8,1 Prozent auf 27,06 Milliarden Euro (53 Milliarden Mark) gesunken. Als Gründe nannte der Konzern Veränderungen in der Gruppenstruktur mit dem Verkauf einzelner Töchter. Zugleich räumte der weiterhin größte Autoimporteur in Deutschland ein, dass auf den beiden vielversprechendsten Märkten des Konzerns, der Türkei und Argentinien, wegen der dortigen Rezession der Gesamtumsatz im dritten Quartal langsamer gewachsen sei als erwartet. In Deutschland waren die Renault-Neuzulassungen laut Kraftfahrt-Bundesamt in den ersten neun Monaten um rund 8.000 Wagen auf knapp 141.600 Autos gesunken. Der Marktanteil fiel damit von 5,7 Prozent im Vorjahreszeitraum auf 5,5 Prozent.

Das französische Unternehmen prognostizierte für das zweite Halbjahr eine operative Marge «unter dem Niveau des ersten Halbjahres», ohne nähere Angaben zu machen. Nach den vorläufigen Ergebnissen des 37-Prozent-Partners Nissan rechne man damit, im zweiten Halbjahr einen Gewinn von 220 Millionen Euro aus der Konsolidierung dieses Anteils am japanischen Konzern verbuchen zu können, hieß es. Daher dürfte das Nettoergebnis im laufenden Jahr das Niveau des Vorjahres erreichen.

Renault bestätigte zugleich «fortgeschrittene Gespräche» zur Stärkung der Partnerschaft mit dem japanischen Autokonzern. Die «Financial Times» (FT) hatte zuvor auf ihrer Webseite berichtet, Nissan werde spätestens in der nächsten Woche eine Beteiligung mit mehr als zehn Prozent an Renault ankündigen. Sie berief sich dabei auf leitende Mitarbeiter des Unternehmens. Renault hatte vor zwei Jahren 36,8 Prozent an Nissan übernommen und damit das überschuldete japanische Unternehmen vor dem nahen Zusammenbruch bewahrt. Im Allianzvertrag beider Unternehmen vom März 1999 war den Japanern eingeräumt worden, sich seinerseits an Renault zu beteiligen. Renault-Chairman Louis Schweitzer ließ vorige Woche verlauten, Nissans Schuldenberg als Haupthürde einer solchen Transaktion werde dank der schnellen wirtschaftlichen Erholung des japanischen Autounternehmens derzeit beiseite geräumt.

Laut «Financial Times» sehen Nissan-Manager angesichts des attraktiven Kurses der Renault-Aktie, die seit ihrem Zwölf-Monats-Hoch fast 40 Prozent verloren habe, offenbar jetzt die Zeit für diesen Schritt gekommen. Nissan-Finanzchef Thierry Moulonguet deutete am Mittwoch an, Renault werde wahrscheinlich eher neue Aktien emittieren als Nissan-Wertpapiere am Markt oder von der französischen Regierung erwerben zu lassen. Zuvor hatte Renault angedeutet, Nissan werde den Marktpreis für jedweden Aktienkauf zahlen müssen. Weder Nissan noch Renault wollten sich zum genauen Volumen oder den Bedingungen eine solchen Engagements äußern.

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