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Nitrofen-Skandal: Behörden ermitteln weiter

Bislang ist den Behörden unklar, wohin die verantwortliche Firma Norddeutsche Saat- und Pflanzgut AG (NSP) in Neubrandenburg die knapp 51 Tonnen Lupine sowie 62 Tonnen Weizen geliefert hat.

dpa HANNOVER. Unterdessen macht der Bundesverband der Verbraucherzentralen, Verbraucherschutz-Ministerin Renate Künast (Grüne) für den Skandal mit verantwortlich. "Das Alarm-System der Gesundheits- und Lebensmittelbehörden hat versagt. Das ist Schlamperei und geht an die Verbraucherschutz-Ministerin", sagte der Leiter des Bereichs Gesundheit/Ernährung des Verbandes, Thomas Isenberg, der Berliner Zeitung "B.Z." (Montag). Offenbar habe sie ihre nachgeordneten Behörden "nicht im Griff".

In der Halle in Malchin hatten außer dem Getreide mit unklarem Verbleib 304 Tonnen Ökoweizen gelagert, die an die niedersächsische Futtermühle GS agri nahe Cloppenburg geliefert worden waren. Der Öko- Bereich des Betriebes bleibt weiter gesperrt. Er hatte Nitrofen- verseuchtes Hühnerfutter an knapp 100 Öko-Höfe in ganz Norddeutschland geliefert.

Die Firma bestritt am Sonntagabend erneut, dies wissentlich getan zu haben und warf ihrem Lieferanten NSP Nachlässigkeit vor. Die Mecklenburger Firma habe alle Hinweise nach Entdeckung der Nitrofen- Belastung in Getreide, das bei GS agri weiterverarbeitet wurde, "in den Wind geschlagen".

Das Verfahren zur Entziehung der Genehmigungen für die Futtermittelmühle soll nach Worten von Niedersachsens Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) aber weiter laufen. Das Unternehmen sei nicht entlastet. Die Belastung mit dem verbotenen Pflanzengift sei früher bekannt gewesen und hätte gemeldet werden müssen.

Am Wochenende hatten die Behörden den Skandal weitgehend geklärt. In einer Halle in Malchin hatte die NSP das Öko-Getreide seit Oktober 2001 gelagert. In der Halle, in dem bis zur Wende Pflanzenschutzmittel gelagert worden waren, hatten Chemiker eine Nitrofen-Belastung nachgewiesen, die 200 000-fach über dem Grenzwert lag.

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