Nitrofen-Skandal
Futtermittel-Hersteller weist Vorwürfe zurück

Im Skandal um verseuchten Öko-Weizen hat der betroffene niedersächsische Futtermittel-Hersteller bestritten, Biobetriebe trotz nachgewiesener Nitrofen-Belastung weiter beliefert zu haben.

dpa CLOPPENBURG. Wir haben "zu keinem Zeitpunkt mit Nitrofen belastetes Tierfutter wissentlich an Abnehmer geliefert", sagte der Geschäftsführer der GS agri aus Schneiderkrug, Paul Römann, am Mittwoch. Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) hatte erklärt, die Firma habe trotz bekannter Verseuchung weiter Getreide an Biobetriebe abgegeben.

Nach einem ersten Nitrofen-Nachweis in Biofutter am 11. März 2002 seien sämtliche Proben untersucht worden, teilte GS Agri mit. Dabei sei in zertifiziertem Öko-Weizen von November 2001 ein überhöhter Wert festgestellt worden. Laut Römann waren die betreffenden Futtermittel zu diesem Zeitpunkt bereits verbraucht.

GS agri habe "gemeinsam mit seinen Abnehmern alle möglichen Maßnahmen getroffen, um zu verhindern, dass die mit diesem Futtermittel hergestellten tierischen Produkte an die Verbraucher gelangen". Betroffene Ware sei in den Lagern gesperrt oder zurückgeholt worden. Römann verwies auch darauf, dass die Nitrofen- Belastung den Kontrollstellen und Behörden zu diesem Zeitpunkt bereits bekannt war. Auch die Behörden seien nicht von einer Gefahr für die Verbraucher ausgegangen.

Bei Untersuchungen habe GS agri Ende April/Anfang Mai erneut Nitrofen belastete Proben festgestellt. Die möglicherweise mit dem verbotenen Pflanzenschutzmittel verseuchten Rohstoffe im Lager seien gesperrt, potenziell belastetes Futter sei nicht ausgeliefert und ausgeliefertes Futter zurückgerufen worden, sagte Römann. "Die von Minister Bartels genannte Menge von 550 Tonnen belasteten Rohstoffen, die nach seiner Behauptung zu Tierfutter verarbeitet und verfüttert sein soll, ist deshalb nicht zutreffend und weit überhöht."

Bartels hatte erklärt, der Futtermittelproduzent habe zwischen November 2001 und Mai 2002 bei Eigenkontrollen 31 Mal Nitrofen nachgewiesen bekommen. Trotzdem habe er das Getreide weiterhin verarbeitet und bis zum 10. Mai an Biobetriebe geliefert.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%