Nivel ist seit der Tat behinder
Nivel-Schläger aus Haft entlassen

Der wegen eines brutalen Angriffs auf den französischen Gendarmen Daniel Nivel verurteilte deutsche Hooligan Markus Warnecke ist nach fast vier Jahren Haft vorzeitig wieder frei.

dpa LILLE. Nach Angaben seiner Anwälte wurde Warnecke am Dienstag aus dem Gefängnis im nordfranzösischen Longuenesse entlassen und über die Grenze nach Deutschland abgeschoben. Er werde zu seinen Eltern nach Hannover zurückkehren.

Der französische Gendarm Nivel, der während seines Dienstes bei der Fußballweltmeisterschaft 1998 in Lens angegriffen worden war, ist seit der Tat unheilbar behindert.

Warnecke war wegen seiner Beteiligung an der Gewaltorgie von dem Schwurgericht Saint-Omer im Mai vergangenen Jahres zu fünf Jahren Haft verurteilt worden. Der Hannoveraner wurde nach der vorzeitigen Haftentlassung umgehend ins deutsche Kehl gebracht. Er dürfe zehn Jahre lang nicht nach Frankreich einreisen, sagte sein Anwalt Bertrand Wambeke.

Sein Anwalt Eberhard Nicolai in Hannover erklärte, Warnecke habe sich im Gefängnis "hervorragend geführt". "Wir hatten damit gerechnet, dass er in etwa zwei Monaten rauskommt." Nicolai bestätigte, dass Warnecke wieder nach Hannover zurückkehren werde. Dort hatte Warnecke früher ein Tattoo-Geschäft.

Der Überfall auf den französischen Gendarmen hatte in Frankreich und Deutschland Entsetzen ausgelöst. Warnecke wurde vom Gericht zur Last gelegt, zusammen mit anderen Hooligans während der Fußballweltmeisterschaft in Frankreich den damals 43-jährigen Nivel halb tot geschlagen zu haben. Der Beamte lag wochenlang im Koma. Warnecke wurde bereits am Abend der Tat am 21. Juni 1998 verhaftet und kam sofort in Untersuchungshaft. Ein Gericht in Essen hatte im November 1999 vier andere beteiligte Hooligans zu Haftstrafen zwischen dreieinhalb und zehn Jahren verurteilt.

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