Noch 5 Vermisste
Zugunglück in Spanien fordert 22 Menschenleben

Beim Zusammenstoß eines Güterzuges mit einem Schnellzug im Südosten Spaniens sind wahrscheinlich mehr als 25 Menschen getötet worden. Die Behörden bestätigten am Mittwoch zunächst den Tod von 22 Menschen.

HB/dpa ALBACETE. Dabei handelte es sich um die beiden Lokomotivführer und 3 weitere Bahnangestellte sowie um 16 Reisende, deren Leichen aus dem Bordcafé des Schnellzuges geborgen wurden. 5 Fahrgäste wurden vermisst. Nach Angaben des staatlichen Rundfunks RNE kamen sie wahrscheinlich in den völlig zerstörten Schnellzugwaggons der ersten Klasse ums Leben. Rund 40 Reisende wurden verletzt.

Das Unglück, das schwerste Bahnunglück in Spanien seit über 30 Jahren, ereignete sich in der Nacht zum Mittwoch bei der Kleinstadt Chinchilla in der Provinz Albacete. Der Stationsvorsteher von Chinchilla habe irrtümlicherweise das Signal für den Schnellzug Madrid-Murcia-Cartagena auf "freie Fahrt" gestellt, obwohl auf der eingleisigen Strecke ein Güterzug entgegenkam, teilte Verkehrsminister Francisco Alvarez-Cascos mit. Der Stationsvorsteher habe seinen Fehler eingestanden.

Durch die Wucht des Aufpralls schoben sich die Lokomotive und mehrere Waggons des Güterzuges auf die vorderen Wagen des Schnellzuges. Beide Lokomotiven und die Erster-Klasse-Waggons des so genannten "Talgo"-Schnellzuges gingen in Flammen auf. Das Feuer wurde möglicherweise durch eine Hochspannungsleitung ausgelöst, die neben der Unglücksstelle verläuft.

Die Behörden lösten Giftgas-Alarm aus, weil im Güterzug sich Container für gefährliche Substanzen befanden. Die Anwohner wurden aufgerufen, Türen und Fenster geschlossen zu halten. Der Alarm wurde aufgehoben, nachdem sich herausgestellt hatte, dass die Container leer waren. Die Feuerwehr löschte die Flammen. Die vorderen Waggons des - mit 86 Fahrgästen besetzten - Schnellzugs waren ausgebrannt und so zerdrückt, dass die Helfer sich stundenlang nicht ins Innere der Trümmer vorarbeiten konnten. Zudem musste zur Bergung der Leichen zunächst die Güterzug-Lokomotive mit schweren Kränen von den Waggons gehoben werden.

Die spanische Eisenbahn wurde in diesem Jahr von einer Serie von Unfällen heimgesucht. In den ersten fünf Monaten des Jahres ereigneten sich in Spanien 13 Bahnunfälle. Dabei kamen - das Unglück aus der Nacht zum Mittwoch nicht mitgerechnet - 3 Menschen ums Leben, rund 100 weitere wurden verletzt.

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