Noch 94 Tage bis zur Wahl
Wo Politiker Urlaub machen

Fernreisen fallen in diesem Sommer ins Wasser. Die meisten Politiker planen, wegen der bevorstehenden Bundestagswahl ihren Urlaub in heimischen Gefilden zu verbringen.

Wiwo/ap BERLIN. Nur so scheint gewährleistet, auch kurzfristig ins Wahlkampfgeschehen eingreifen zu können. Dafür verzichtet Bundeskanzler Gerhard Schröder sogar auf seinen traditionellen Italien-Urlaub und will stattdessen die schönste Zeit des Jahres zuhause in Hannover verbringen. Sein Herausforderer Edmund Stoiber plant eine Reise an die deutsche Ostseeküste.

Seine zehn freien Tage will Schröder ab dem 8. Juli zusammen mit Ehefrau Doris und Tochter Klara im eigenen Garten in der Stadt an der Leine verbringen. Damit es nicht ganz so langweilig wird, sind Besuche bei den Affen im nahe gelegenen Zoo geplant. "Hannover ist eine Stadt mit sehr, sehr hoher Lebensqualität", kommentiert der Kanzler die Wahl. Allerdings werde er sich "nicht nur ausruhen können, bedauerlicherweise, wie ich es mir eigentlich verdient habe". Neben Lesen und Tennisspielen müsse er auch den ein oder anderen Termin wahrnehmen. "Im übrigen wird durchregiert", erklärt er staatsmännisch.

Eigentlich zieht auch Unionskanzlerkandidat Edmund Stoiber südliche Gefilde der Heimat vor. Dieses Mal jedoch fällt die Reise mit Ehefrau Karin an die spanische Sonnenküste aus. Im Angesicht der Wahl hält es Chefberater Michael Spreng für besser, Stoiber an die Ostsee, womöglich gar an ostdeutschen Sandstrand zu schicken. Dort, so die Hoffnung, kann Stoiber vielleicht noch punkten, gibt es doch bei den Sympathiewerten für den Unionskanzlerkandidaten ein deutliches Süd-Nord-Gefälle.

Auch CDU-Chefin Angela Merkel und Justizministerin Herta Däubler-Gmelin müssen ihren Urlaub dem Wahlkampf unterordnen. Vom 5. bis 20. Juli geht Merkel erst einmal auf Sommertour durch Deutschland. Bevor dann Mitte August die heiße Wahlkampfphase beginnt, will sie sich aber auch ein Weilchen frei nehmen und Kraft tanken. Däubler-Gmelin werde sich "ein bis zwei Tage in der Uckermark oder in ihrem Wahlkreis gönnen", sagt ein Sprecher. Bundesbildungsministerin Edelgard Bulmahn bleibt ebenfalls in Deutschland. Sie fährt zusammen mit ihrem Mann nach Döhren, einen kleinen Ort an der Weser. In ihrem selbst ausgebauten Elternhaus will sie viel lesen und gut essen. Zudem stehen Kanufahrten auf dem Programm. Damit sie nichts verpasst, wird sie von ihrem Ministerium ständig auf dem Laufenden gehalten.

Noch nicht ganz klar ist die Feriengestaltung von Bundesfamilienministerin Christine Bergmann. Eventuell will sie ein paar Tage wandern gehen, wie eine Sprecherin sagt. Die genaue Planung hänge aber noch vom Wahlkampf ab. Ebenfalls noch nicht entschieden, wohin die Reise in diesem Jahr gehen soll, hat Bundespräsident Johannes Rau. Das, so ein Sprecher, müsse der Familienrat noch entscheiden. Wie in den vergangenen Jahren, so sei auch dieses Mal die Insel Spiekeroog wieder im Gespräch. Dort habe Rau ein kleines Haus.

Immerhin ins Ausland, aber doch nicht allzu weit vom Geschehen entfernt, traut sich Walter Riester. Der Bundesarbeitsminister plant einen zweiwöchigen Urlaub zusammen mit der Familie in seinem Häuschen in Österreich. Dort will er wandern und in der Natur Kraft tanken, wie ein Sprecher sagt. Wenn jedoch in Berlin etwas passiere, könne der Minister schnell wieder vor Ort sein.

Ins weiter entfernte Ausland wagt sich in Wahlkampfzeiten offenbar lediglich PDS-Chefin Gabi Zimmer. Zusammen mit ihrem Mann und Freunden will sie auf einer kroatischen Adriainsel einen zweiwöchigen Badeurlaub verbringen.

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