Noch ein paar Wochen Wartezeit
Scharon ist zu Friedensgesprächen mit Syrien bereit

Israels Regierungschef Ariel Scharon ist drei Jahre nach dem Scheitern der Friedensverhandlungen mit Syrien zu einem neuen Anlauf bereit. "Ich bin bereit, mit jeder arabischen Nation, Syrien eingeschlossen, zu verhandeln", sagte Scharon am Donnerstag in einem aufgezeichneten Interview im israelischen Fernsehen.

Reuters JERUSALEM. "Die Syrer werden sicher Forderungen an uns stellen, und wir haben natürlich auch Forderungen an sie. Wir sind bereit, uns zusammenzusetzen und diese Probleme zu diskutieren", sagte Scharon.

Friedensverhandlungen zwischen den beiden Ländern waren im Jahr 2000 wegen Streitigkeiten über die Zukunft der Golan-Höhen abgebrochen worden. Israel hatte die Golan-Höhen im Krieg von 1967 besetzt und 1981 annektiert.

Syrien besteht darauf, das jegliche Verhandlungen auf der Basis der Ergebnisse vorausgegangener Friedensbemühungen und Resolutionen der Vereinten Nationen (Uno) geführt werden. Israel hatte dies bislang abgelehnt.

Scharon schränkte jedoch ein, seine Regierung werde mit diplomatischen Initiativen in Richtung Syrien zunächst abwarten, bis der Druck der USA auf die Regierung in Damaskus wegen der Stützpunkte radikalislamischer Gruppen sowie der libanesischen Hisbollah Früchte trage. "Wir müssen ein paar Wochen warten, um nicht die Bemühungen der Amerikaner zu behindern, die Druck auf auf Syrien ausüben, um die notwendigen Schritte für die Sicherheit Israels durchzusetzen", sagte Scharon, dem gegenwärtig auch der neue, von den USA unterstützte Friedensplan für Israel und die Palästinenser vorliegt.

Am Montag hatte ein Mitarbeiter im Büro Scharons erklärt, Syrien habe vor Beginn des Irak-Krieges insgeheim Kontakt mit Israel gesucht, um die Wiederaufnahme von Friedensverhandlungen mit Israel anzubahnen. Syrien dementierte dies am Mittwoch.

Die israelische Tageszeitung "Maariv" hatte zuvor berichtet, ein Bruder des syrischen Präsidenten Baschar el Assad habe sich vor der Invasion der von den USA angeführten Streitkräfte am 20. März im Irak mit einem israelischen Geschäftsmann in Damaskus getroffen.

Der Mitarbeiter im Büro des Ministerpräsidenten erklärte dazu, nachdem die angeblichen Bemühungen Syriens analysiert worden seien, habe Scharon diese damals wegen Zweifeln an den Motiven zurückgewiesen. "Maariv" zufolge hatte Scharon zu diesem Zeitpunkt den Eindruck, dass Syrien den Vorschlag nur unterbreitet habe, um sich gegenüber den USA in ein günstiges Licht zu setzen.

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